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Corona drückt ProSiebenSat.1-Zahlen in den roten Bereich

Im von der Corona-Pandemie geprägten zweiten Quartal hat die ProSiebenSat.1-Gruppe deutliche Umsatzeinbußen verbucht; unterm Strich schrieb man rote Zahlen. Im rückläufigen Werbegeschäft stellt man jedoch im Juli einen Aufwärtstrend fest.

31.07.2020 08:30 • von Jochen Müller
Rainer Beaujean, Vorstandssprecher & Finanzvorstand der ProSiebenSat.1 Media SE (Bild: ProSiebenSat.1 Media SE)

Corona-bedingt sind die Erlöse der ProSiebenSat1-Gruppe im Werbe- und Programmproduktionsgeschäft im zweiten Quartal deutlich zurückgegangen, was zu einem Umsatzrückgang im Vergleich zum Vorjahreszeitraum geführt hat. Wie der Konzern heute bekannt gab, ging der Umsatz um 25 Prozent auf 709 Mio. Euro zurück. Im ersten Halbjahr 2020 lag der Umsatz mit 1,634 Mrd. Euro um zwölf Prozent unter dem des ersten Halbjahres 2019.

Bei der SevenOne Entertainment Group brach der Quartalsumsatz (398 Mio. Euro) im Vergleich zum Vorjahr aufgrund rückläufiger Werbeerlöse um 34 Prozent ein; der Halbjahresumsatz lag hier mit 961 Mio. Euro um 19 Prozent unter dem des ersten Halbjahres 2019. Um 31 Prozent gingen die Quartalsumsätze (102 Mio. Euro) aufgrund der Auswirkungen der Corona-Pandemie auf das internationale Produktionsgespräch um bei den Red Arrow Studios zurück; der Umsatz im ersten Halbjahr lag hier mit 236 Mio. Euro um 17 Prozent unter dem vergleichbaren Vorjahreswert. Weiterhin wachsen konnte das in der NuCom Group gebündelte Digitalgeschäft von ProSiebenSat.1. Hier lag der Quartalsumsatz mit 209 Mio. Euro um fünf Prozent über dem des Vorjahreszeitraum, der Halbjahresumsatz stieg im Jahresvergleich um zehn Prozent auf 437 Mio. Euro an.

Infolge des Umsatzrückgangs waren auch die Ergebniszahlen der ProSiebenSat.1-Gruppe rückläufig. So lag das adjusted Ebitda mit 23 Mio. Euro im zweiten Quartal um 89 Prozent unter dem des Vorjahreszeitraums, im ersten Halbjahr (180 Mio. Euro) lag der Rückgang bei 55 Prozent. Beim bereinigten Konzernergebnis stand im zweiten Quartal ein Verlust von 52 Mio. Euro (Q2/2019: 85 Mio. Euro Gewinn) zu Buche. Wie die Sendergruppe in ihrer Bilanzmitteilung betont, seien im Frühjahr angekündigte Kosteneinsparungen zwar bereits im zweiten Quartal sichtbar, würden sich aber vor allem in der zweiten Jahreshälfte bemerkbar machen.

Rainer Beaujean, Vorstandssprecher & Finanzvorstand der ProSiebenSat.1 Media SE, erkennt jedoch bereits einen Aufwärtstrend: "In unseren Kernmärkten Deutschland, Österreich und Schweiz beginnen sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen aufzuhellen und so sehen wir seit Juli auch im Werbemarkt erste positive Tendenzen. Wir erwarten im Juli bei den Werbeerlösen ein Minus von etwas weniger als 20 Prozent im Vergleich zum Vorjahr und damit einen klar niedrigeren Rückgang als im abgelaufenen Quartal. Auch im August zeichnet sich aktuell mit einem Minus von rund 10 Prozent eine weitere Verbesserung ab. Weiterhin fokussieren wir uns auf unser konsequentes Kosten- und Cash-Management und blicken optimistischer auf den Herbst: Auch wenn es nicht möglich sein wird, die bis dahin entstandenen COVID-19-bedingten Rückgänge aufzuholen, werden die Monate September bis Dezember entscheidend für die Geschäftsentwicklung des Konzerns im Gesamtjahr sein. In diesen Monaten hat ProSiebenSat.1 in der Vergangenheit etwa 50 Prozent des adjusted Ebitdas erwirtschaftet."

Nachdem die ProSiebenSat.1-Gruppe ihre Anfang März 2020 veröffentlichten Finanzprognose für 2020 bei der Bekanntgabe der Zahlen für das erste Quartal zurückgenommen hatte, da bereits absehbar gewesen war, dass man die darin genannten Werte nicht erreichen werde, habe sich diese Einschätzung zum Ende des zweiten Quartals bestätigt. Daher wolle man sich jetzt verstärkt darauf konzentrieren, " Kosten, Cashflow und Profitabilität der Gruppe aktiv zu steuern und hat in allen Geschäftsbereichen verschiedene Maßnahmen ergriffen, um negative Auswirkungen auf die Profitabilität der Gruppe abzuschwächen und die Liquidität zu sichern", heißt es in der Bilanzmitteilung des Konzerns.