Kino

"Die Beschränkungen sind existenzbedrohend"

Kurz nach dem Brandbrief von Hans-Joachim Flebbe hat sich auch Constantin-Geschäftsführer Torsten Koch zur Frage der Kapazitätsbeschränkungen zu Wort gemeldet. Aus seiner Sicht sind baldige Reformen unerlässlich, um ein Kinosterben zu vermeiden.

30.07.2020 09:19 • von Marc Mensch
Torsten Koch (Bild: Constantin Film)

NRW macht es (seit geraumer Zeit) möglich, Sachsen auch, Nachbarländer wie Österreich, die Schweiz oder Frankreich ohnehin: sicheren Kinogenuss mit maßvollen Abstandsregeln. Ein freier Sitz zwischen Personen oder Gruppen, zwischen denen nach wie vor Kontaktbeschränkungen bestehen, wären ein Maß, das keine Kompromisse beim Gesundheitssschutz bedeuten würde, wie dies der HDF zuletzt mit einer Studie der TU Berlin belegt hat (wir berichteten). Und vor allem ein Maß, das es den Kinos erlauben würde, wenigstens halbwegs wirtschaftlich zu arbeiten. Schon in den vergangenen Wochen gab es zahlreiche Events, deren Potenzial aufgrund von Kapazitätsbeschränkungen nicht ausgeschöpft werden konnte - gerade auch in kleineren Häusern in der Fläche.

Für die künftige Auswertungspolitik wird die Frage der Kapazitäten entscheidend, der Start von Tenet" Ende August wegweisend sein - weswegen es umso mehr angezeigt wäre, vorher die richtigen Weichen zu stellen.

Unlängst hatte schon Hans-Joachim Flebbe die Problematik in einem Brandbrief an die niedersächsische Landesregierung anschaulich geschildert (wir berichteten), nun meldet sich mit Constantin-Geschäftsführer Torsten Koch ein Verleihvertreter zu Wort. Er sagt:

"Die aktuellen Kapazitätsbeschränkungen der Kinos sind existenzbedrohend. Wenn die Beschränkungen seitens der Politik nicht gelockert werden, werden wir auf einen großen Teil der Kinos künftig verzichten müssen. Die aktuelle Studie zeigt deutlich, dass hier dringender Nachbesserungsbedarf besteht. Das Kino ist und bleibt ein fester Bestandteil unserer Kultur und ist ein Ort der Begegnung und die Chance für zwei Stunden dem Alltag entfliehen zu können - das müssen wir unbedingt erhalten. Eine Reduzierung des Mindestabstands, eine Sitzplatzbelegung im Schachbrettmuster, eine Anhebung der Kapazitäten auf 50 Prozent bieten den Kinos die Chance, einigermaßen wirtschaftlich zu arbeiten und die vielen Arbeitsplätze zu erhalten."

Auch abseits der Länderchefs, die bereits Reformen umgesetzt haben, darf sich die Branche übrigens prominenter politischer Unterstützung sicher sein. So plädiert nicht zuletzt Kulturstaatsministerin Monika Grütters seit geraumer Zeit für Lockerungen beim Mindestabstand im Kinosaal.