Kino

"Wir sehen in diesem Modell keinen Sinn"

Mooky Greidinger, CEO der weltweit zweitgrößten Kinokette Cineworld, lehnt das von AMC und Universal vereinbarte Auswertungsmodell rundheraus ab. Er spricht vom "falschen Manöver zur falschen Zeit".

29.07.2020 17:08 • von Marc Mensch
Cineworld will dabei bleiben, nur Filme zu zeigen, die das Kinofenster einhalten (Bild: Cineworld)

So überraschend gestern die Einigung zwischen AMC und Universal auf die Möglichkeit einer massiven Reduzierung des Kinofenster kam (wir berichteten), so erwartungsgemäß fällt die Reaktion von Cineworld, der weltweit zweitgrößten Kinokette und Mutter von Regal in den USA aus. Gegenüber dem US-Branchendienst Deadline erklärte CEO Mooky Greidinger: "Wir sehen in diesem Modell keinen wirtschaftlichen Sinn".

Man werde - wie das für jede Entwicklung im Markt gelte - natürlich auch diese Vereinbarung genau analysieren, zumal man aktuell die Details noch nicht kenne (zu denen durchaus auch Vereinbarungen hinsichtlich der Leihmiete zählen dürften). Generell sehe man sich diesbezüglich aber keinem Druck ausgesetzt, denn der erste große Titel von Universal komme erst in sechs Monaten. Dazu ist anzumerken, dass die US-Rechte für Keine Zeit zu sterben" bei MGM liegen - und aktuelle gilt der AMC/Universal-Deal nur für die USA.

Ob Cineworld also gegebenenfalls kleiner Titel von Universal boykottieren würde? Greidinger drückt es so aus: "Wir sehen das ganz klar als falsches Manöver zur falschen Zeit. Und selbstverständlich werden wir nichts an unserer Politik ändern, nur Filme zu zeigen, die das Kinofenster respektieren."

Unterdessen könnte die AMC-Strategie zur Zerreißprobe für den Kinoverband NATO werden, der sich bislang noch nicht zu dem Deal geäußert hat.