Produktion

Hilfsfonds für Film- und TV-Produktionen in Großbritannien

Die britische Regierung hat einen 500 Mio. Pfund umfassenden Hilfsfonds für Film- und TV-Produktionen, die aufgrund der Corona-Pandemie verschoben werden mussten, aufgelegt.

29.07.2020 12:20 • von Jochen Müller
Der britische Finanzminister Rishi Sunak (Bild: imago images / image i)

Film- und TV-Produktionen in Großbritannien, die aufgrund der Corona-Pandemie verschoben werden mussten, können mit einer staatlichen Unterstützung in Höhe von insgesamt 500 Mio. Pfund (rund 551 Mio. Euro) aus einem jetzt aufgelegten Hilfsfonds rechnen. "Um die britische Film- und TV-Industrie beneidet uns die ganze Welt, und es ist entscheidend, dass die Produktionen die Hilfe bekommen, die sie brauchen, um als Teil unseres Vorhabens, Jobs, die während des Lockdowns weggefallen sind, wiederzubeleben, wieder starten zu können. Das zielgerichtete Modell, das die Lücke schließen soll, die nicht durch Versicherungen abgedeckt ist, wird dabei helfen, Tausende von Jobs von Schauspielern und Regisseuren bis hin zu Kameraleuten und Kostümbildnern zu schützen. Der Sektor hat einen Anteil von zwölf Mrd. Pfund (rund 13,2 Mrd. Euro) an der britischen Wirtschaft und daher ist es richtig, zu tun, was wir können, um dabei behilflich zu sein, dass sie wieder dazu zurückkehren können, die Filme und Shows zu machen, die wir alle lieben", erklärte der britische Finanzminister Rishi Sunak bei der Vorstellung des Hilfsfonds.

Der Hilfsfonds umfasst ein Volumen von insgesamt 500 Mio. Pfund (rund 551 Mio. Euro). Die Gelder werden bis 2021 ausgezahlt, wobei Verluste rückdatiert werden können. Im Falle einer Verschiebung werden bis zu 20 Prozent der Produktionskosten erstattet werden, im Falle einer Absage eines Projekts bis zu 70 Prozent. Die maximale Erstattungssumme pro Projekt liegt bei fünf Mio. Pfund (rund 5,5 Mio. Euro). Um eine Unterstützung zu bekommen, müssen die Produzenten zum einen nachweisen, dass sie gegen Risiken, die nichts mit der Corona-Pandemie zu tun haben, versichert sind, und zum anderen, dass sie aufgrund einer fehlenden Abdeckung der Ausfallsumme durch eine Versicherung nicht wieder an die Arbeit zurückkehren können.

In der Branche wird der Hilfsfonds sehr positiv aufgenommen. So erklärt der CEO des Produzentenverbands Pact, John McVay: "Diese sehr willkommene Nachricht zeigt, dass die britische Regierung auf eine unserer wichtigsten Industrien gehört hat und beispiellose Schritte unternimmt, unsere höchst erfolgreiche heimische Film- und TV-Produktions- und Senderindustrie dabei zu unterstützen, zu dem zurückzukehren, was wir am meisten lieben - TV-Programme und Filme zu machen, die vom britischen Publikum und vielen weiteren Millionen auf der ganzen Welt geliebt werden. Gary Davey, CEO der Sky Studios, betont: "Der Indie-Sektor in Großbritannien hatte 2019 ein sehr starkes Jahr und preisgekrönte Serien sowohl für den britischen als auch den US-Markt geliefert. Wir sind von COVID-19 sehr hart getroffen worden und die Unterstützung der Regierung ist in diesem Moment entscheidend und äußerst geschätzt. Unser Sektor hat nun die jede Möglichkeit, dazu zurückzukehren, die weltweit erfolgreiche Industrie zu sein, für die sie bekannt ist."