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Ausfallfonds: Produzenten fordern schnelle, einheitliche Lösung

Die Produzentenallianz bekräftigt ihre Forderung an Bund, Länder und Auftraggeber und warnt vor einschneidenden Folgen.

27.07.2020 15:14 • von Frank Heine
Steter Mahner: Alexander Thies (Bild: NFP)

Die Zeit verrinnt. Ab August können die Produktionsunternehmen in Deutschland im Falle von Corona-Schäden nicht mehr mit einer generellen Zusage von Unterstützungsleistungen der auftraggebenden Sender rechnen. Deshalb untermauert die Produzentenallianz ihre Forderung bei der Schaffung eines Ausfallfonds nach einer einheitlichen Lösung durch Bundesregierung, die Landesregierungen sowie die auftraggebenden Sender und Plattformen.

Sollte der beretis angekündigte Ausfallfonds nicht zustande kommen, warnt die Produzentenallianz vor einschneidenden Folgen für die gesamte Branche. "Wenn der Ausfallfonds für Film und Fernsehen nicht im Laufe des August startet, steht die gesamte Branche vor einem großen Problem", mahnt Alexander Thies, Vorsitzender der Produzentenallianz. "Schnellstmöglich" gelte es, "einen gemeinsamen, zumindest aber einheitlich verwalteten Fonds einzurichten."

"Mit Nachdruck" tritt die Produzentenallianz für einen gemeinsamen Ausfallfonds ein, der sowohl deutsche Kino-, Serien- sowie Fernseh- bzw. Streamingproduktionen berücksichtigt, da der von der Bundesregierung in Aussicht gestellte Schutzschirm Fernseh- und Auftragsproduktionen außen vor lässt, dieser Bereich aber rund drei Viertel der gesamten Branche betreffe.

Sollte nicht im Laufe des August ein umfassender Ausfallfonds eingerichtet sein, malt Thies ein düsteres Szenario: "Wir stehen dann vor dem Problem, dass Produktionen nur unter erheblichen Risiken fortgesetzt oder gar gestartet werden können. So müssten viele Produktionsunternehmen sehenden Auges das Risiko einer durch Corona verursachten Drehunterbrechung eingehen, die im Ernstfall die eigene Existenz kosten kann, weil das Unternehmen auf den entstehenden Mehrkosten sitzen bleibt. Zum anderen könnte dann in vielen Fällen die Finanzierung von Produktionen gar nicht gesichert werden, weil Banken und mitfinanzierende Dritte, die die jeweils erforderlichen Zwischenfinanzierungen ermöglichen, diese Mittel aufgrund der unsicheren Situation durch die Pandemie nicht bereitstellen werden." Die Zahl deutscher Produktionen werde in allen Bereichen drastisch sinken. "Angesichts einer hohen Nachfrage in einem stark umkämpften Markt wäre dies ein fatales Zeichen für die gesamte Film- und Fernsehbranche in Deutschland", so Thies weiter.