Kino

Warner hebt Starttermin für "Tenet" auf

Der Schritt kam erwartungsgemäß: Angesichts der Situation in den USA hat Warner auch den jüngsten Starttermin für "Tenet" aufgehoben. Wie schlecht die Nachricht unter anderem für deutsche Kinobetreiber ausfällt, wird sich zeigen müssen - denn das Studio plant nun ein "unkonventionelles" Vorgehen. Einen neuen Starttermin werde man umgehend kommunizieren.

20.07.2020 18:43 • von Marc Mensch
Warner plant für "Tenet" nun eine unkonventionelle Herangehensweise (Bild: Warner Bros.)

Es ist eine Nachricht, die absolut niemanden überraschen dürfte: Angesichts der Situation in den USA, vor allem der katastrophalen Infektionsentwicklung in Kalifornien und der unklaren Perspektive für Kinos in New York hat Warner Bros. in den USA auch den jüngsten Starttermin von Tenet" aufgehoben. Noch wurde allerdings kein neuer Termin genannt - und wie der US-Branchendienst Deadline berichtet, bereitet sich Warner auf einen "unkonventionellen" Roll-Out des Films vor.

Was dies genau bedeutet, ist aktuell noch offen, auszugehen ist aufgrund einer Mitteilung des Studios (s.u.) aber davon, dass der Film von Christopher Nolan weltweit nicht mehr zeitgleich auf den Leinwänden ausgewertet werden soll - wovon trotz des grundsätzlichen Schadens durch die neuerliche Verschiebung natürlich jene Märkte profitieren würden, in denen die Pandemie unter Kontrolle ist und in denen die Kinos geöffnet sind.

Deadline jedenfalls geht davon aus, dass Territorien außerhalb der USA zuerst zum Zuge kommen könnten - bzw. in den USA jene Märkte, in denen die Kinos geöffnet sind. Inwieweit dies zutrifft und was der Zeithorizont für eine solche Strategie wäre (Sprich auch: Wie viel Vorlauf man gegebenenfalls bereits ist, anderen Märkten vor den wichtigsten Städten für eine Kinoauswertung in den USA - New York und Los Angeles - zu geben), ist aktuell noch offen. Neue Termine für den Film hat Warner nicht unmittelbar genannt, will damit jedoch zeitnah folgen. Davon, dass es in Deutschland zumindest nicht der 12. August sein wird, ist auszugehen, allerdings gibt es hierzu noch keine offizielle Bestätigung.

Mit neuem Termin (dem 4. Juni 2021) wurde in den USA "Conjuring 3" verschoben, andere Termine für kommende Warner-Filme wie "Wonder Woman 1984" stehen indes (noch).

Deadline zitiert dazu aus einer Mitteilung von von Toby Emmerich (Chairman Warner Bros. Pictures Group). Darin heißt es: "Unsere Ziele während dieses gesamten Prozesses waren und sind es, die höchsten Erfolgschancen für unsere Filme zu gewährleisten, während wir gleichzeitig bereitstehen, unsere Partner auf Kinoseite zu unterstützen, sobald diese ihre Häuser wieder öffnen können. Wir sind dankbar für die Unterstützung, die wir von dieser Seite erfahren haben und wir stehen felsenfest zum Kinoerlebnis. Leider breitet sich die Pandemie weiter aus, weswegen wir unsere Starttermine neu bewerten müssen. Aufgrund der anhaltenden Unsicherheit haben wir beschlossen, unsere nächsten beiden Starttermine zu räumen. Wir werden umgehend einen neuen Termin für 'Tenet' nennen. (...) Wir behandeln 'Tenet' nicht wie einen traditionellen weltweit zeitgleichen Start und die kommenden Vermarktungs- und Vertriebspläne werden davon Zeugnis ablegen."

Es ist anzunehmen, dass weitere schlechte Nachrichten von anderen Studios folgen werden, allerdings stellt sich zunehmend die Frage, inwieweit Studios hinsichtlich globaler Releases flexibler agieren müssen. In dieser Frage sind Börsenanalysten gespalten, die Bandbreite reicht von der Einschätzung, das Studios kaum noch länger damit warten können (und werden), offene Märkte zu versorgen, bis hin zur Ansicht, dass mit Tentpole-Starts nicht mehr vor 2021 zu rechnen ist.