Kino

Börsenanalyst: Werden Studios weiter abwarten?

Es ist eine hochspekulative, aber zumindest interessante These, die Börsenanalyst Eric Wold von B. Riley FBR zuletzt aufstellte: Ihm zufolge ist die Unsicherheit hinsichtlich der Infektionsentwicklung unter anderem in den USA mittlerweile so groß, dass sie weiteren großen Terminverschiebungen im Wege stehen könnte.

16.07.2020 20:30 • von Marc Mensch
Weiterhin richten sich alle Augen auf "Tenet", der noch für Mitte August (Bild: Warner Bros.)

Während die Branche angesichts des dramatischen Infektionsgeschehens in mehreren US-Bundesstaaten, darunter Kalifornien, eigentlich auf die nächste Terminverschiebung für große Neustarts wartet, hat Analyst Eric Wold von B. Riley FBR nun eine These aufgestellt, derzufolge die völlige Unberechenbarkeit der Situation Kinos in anderen Märkten womöglich in die Karten spielen könnte,

Denn angesichts der Entwicklungen der vergangenen Wochen gehe man nicht mehr unbedingt davon aus, dass Studios tatsächlich auf den "perfekten Zeitpunkt" für den Release ihrer großen Filme warten würden - denn dieser Zeitpunkt würde womöglich "nie kommen".

Wold in einem Schreiben an seine Beratungskunden weiter: "Anders ausgedrückt: Darauf zu warten, dass jeder wichtige Markt optimale Bedingungen für Wiedereröffnungen von Kinos - insbesondere mit Blick auf die Kapazitäten - bietet, würde im Endeffekt die meisten, wenn nicht gar sämtliche Titel in das Jahr 2021 befördern. Und soweit die Studios sich Sorgen über den Zustand ihrer Kinopartner machen, dürften sie sich nicht dafür entscheiden, noch allzu lange abzuwarten." Tatsächlich brachte Wold die naheliegende Idee ins Spiel, dass Studios wenigstens einzelne Filme in Territorien auszuwerten beginnen, in denen Kinos flächendeckend wieder geöffnet haben.

Ob an Wolds Thesen tatsächlich etwas dran ist? Nun ja, die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt, aber faktische Anzeichen für einen solchen Strategiewechsel gibt es bislang nicht.