Kino

DCM beteiligt sich an Schweizer Arthouse-Gruppe

Zum 15. Juli hat die DCM Film Distribution (Schweiz) als neue Mit-Aktionärin der Arthouse Commercio Movie AG das operative Geschäft um Programmierung, Kommunikation und Vermarktung ihrer Zürcher Arthouse-Kinos übernommen.

16.07.2020 14:02 • von Marc Mensch
Das Arthouse Piccadilly ist eines von fünf Häusern, die die Gruppe in Zürich betreibt (Bild: Arthouse Commercio Movie AG )

Die DCM Film Distribution (Schweiz) GmbH beteiligt sich an einer traditionsreichen Schweizer Arthouse-Gruppe, die in Zürich fünf Häuser mit insgesamt sieben Sälen (davon sechs im Kreis 1, der die Altstadt umfasst) betreibt - und zuletzt jährlich um die 280.000 Besucher verbuchen konnte. Zum 15. Juli wurde DCM zur Mit-Aktionärin der Arthouse Commercio Movie AG (ACM) und hat damit auch das operative Geschäft um Programmierung, Kommunikation und Vermarktung der Kinos sowie die Vermarktung von demnächst neun Restaurant-Betrieben von ACM übernommen.

Die ACM-Inhaber Hans G. Syz und Nicolas von Graffenried verbinden mit diesem Schritt die Hoffnung, neben ihren treuen Stammgästen auch ein neues, generationenübergreifendes und cinephiles Publikum gewinnen zu können. Dazu Nicolas von Graffenried: "DCM ist nicht nur Verleiher, sondern auch Produzent und steht für handverlesene Geschichten mit hochwertigem Kern, das Unternehmen verfügt über ein interdisziplinäres Know-how und länderübergreifendes Netzwerk. So sind sie beispielsweise auch am Kino Metrograph in New York beteiligt. Die ACM kann von diesem Einblick in diese anderen Märkte und Businessmodelle im kompetitiven Kino-Umfeld nur profitieren. Und zudem weisen sie einen innovativen Spirit vor, kombiniert mit einer generellen Offenheit."

Laut einer Unternehmensmitteilung sind die DCM-Inhaber davon überzeugt, dass eine Veränderung des Erlebnisses "Kino" notwendig ist, ansonsten laufe man Gefahr, das Publikum über die nächsten Generationen zu verlieren, wie Dario Suter erklärt. DCM wolle daher mit dem Publikum in einen Dialog treten, um Bedürfnisse besser zu verstehen und das Kinoerlebnis entsprechend anpassen und gestalten zu können. "Wir verleihen und produzieren Filme. Mit der Beteiligung an der ACM gelingt uns dieser Sprung direkt in die Austragungsstätte, dem Kino - so können wir näher bei den Zuschauerinnen und Zuschauern sein", so Suter. Das Flair der Gruppe wolle man beibehalten, aber mit "frischem Wind" anreichern, wie Christoph Daniel ausführt.

Gemeinsam mit Franziska Thomas wird die ACM neu von Stephanie Candinas geführt, der bisherige Geschäftsführer der Arthouse-Kinos, Beat Käslin, verlässt das Unternehmen der Mitteilung zufolge im gegenseitigen Einvernehmen. Ihm dankte Nicolas von Graffenried für fast zwölf Jahre an "außerordentlichem Einsatz und Pioniergeist" die Käslin in die Gruppe eingebracht habe.