Festival

Frankreich zu Gast in Zürich

Frankreich ist in diesem Jahr das Gastland des 16. Zurich Film Festival.

16.07.2020 12:45 • von Jochen Müller
Gastland des Zurich Film Festival: Frankreich (Bild: Zurich Film Festival)

Seit 2007 stellt das Zurich Film Festival in seiner Sektion "Neue Welt Sicht" ein Land vor, in dem ein cineastischer Aufbruch im Gange ist. In diesem Jahr ist dies Frankreich.

"Frankreich, das Mutterland der Cinéphilie, ist neben den USA die wichtigste westliche Kinonation, die über 200 Filme pro Jahr produziert und ein eigenes Starsystem hat. Zurzeit erlebt die Grande Nation eine Erneuerung ihres Autorenkinos mit jungen Regisseurinnen und Regisseuren, die in ihren Filmen das Bild einer multikulturellen Gesellschaft zeichnen. Wir möchten dieses Kino vorstellen und die Tradition des französischen Kinos in Zürich neu beleben. Lange schauten Kinobetreiber in Berlin, Hamburg und München erst, ob ein französischer Film in Zürich reüssierte, ehe sie ihn spielten", begründet der Künstlerische Leiter des Zurich Film Festival, Christian Jungen, die Wahl des diesjährigen Gastlandes.

Das Programm der Reihe wird zwölf bis 14 Spiel- und Dokumentarfilme sowie einen Kurzfilmblock umfassen. Kuratiert wird sie von ZFF-Programmleiter Georg Bütler, der erklärt: "Der französische Autorenfilm, der mit der 'Nouvelle Vague' weltweit Kultstatus erlangte, wird immer wieder totgesagt - vor allem in Frankreich selbst, wo schon seit Jahren eine Erneuerung gefordert wird. Ein Blick hinter die Fassade dieser zuweilen polemisch geführten Debatte um die Qualität des französischen Films gibt die Sicht frei auf ein sehr vielfältiges, sich immer wieder erneuerndes Filmschaffen, das sich an seiner eigenen filmkulturellen Vergangenheit kreativ reibt und etablierte Erzählmuster mit Innovationsgeist herauszufordern vermag. Das Kino der neuen Generation zeigt sich inhaltlich und stilistisch äusserst vielfältig, es besticht durch Experimentierfreude und erzählerische Dringlichkeit. Deshalb richten wir dieses Jahr den Blick auf die vitale neue Generation unseres Nachbarlands."

Bereits in den vergangenen Jahren waren junge Filmschaffende aus Frankreich im Programm des Zurich Film Festival präsent. So war Justine Triet mit ihrem Debütfilm "Der Präsident und meine Kinder" 2013 im Wettbewerb des Festivals vertreten gewesen. Zwei Jahre später wurden in der Sektion "Window" unter dem Titel "Nouvelle vague au féminin" Werke von Regisseurinnen wie Céline Sciamma, Maïwenn, Mia Hansen-Løve oder Katell Quillévéré präsentiert. Im vergangenen Jahr präsentierte Ladj Ly seinen Oscar-nominierten Debütfilm "Die Wütenden - Les Misérables" in Zürich.

Das Programm der Sektion "Neue Welt Sicht" wird am 10. September bekannt gegeben, das Zurich Film Festival findet von 24. September bis 4. Oktober statt.