Kino

"Zukunftsprogramm Kino II" startet Anfang August

Bei einem Pressetermin im Moviemento hat die BKM heute das "Zukunftsprogramm Kino II" als Teil des Programms "Neustart Kultur" vorgestellt. Die neue Maßnahme richtet sich gezielt (nur) an jene Kinos, die beim ersten Zukunftsprogramm außen vor bleiben. Der Katalog der förderfähigen Maßnahmen ist diesmal allerdings extrem begrenzt - zumindest auf den ersten Blick.

15.07.2020 15:11 • von Marc Mensch
Kulturstaatsministerin Monika Grütters (Bild: Elke A. Jung-Wolff)

Wie erwartet hat Kulturstaatsministerin Monika Grütters heute bei einem Pressetermin im Moviemento eine neue Förderlinie für Kinos als Teil des Konjunkturprogramms "Neustart Kultur" angekündigt. Demnach stellt die Bundesregierung insgesamt 40 Mio. Euro zur Verfügung, damit die deutschen Kinos ihren Betrieb wieder aufnehmen können. Gewählt wurde dabei die Form eines "Zukunftsprogrammes II", das das bereits laufende "Zukunftsprogramm Kino I", das sich an kleinere Kinos im ländlichen Raum und Arthouse-Kinos richtet, ergänzt.

Ausführliche Informationen zum "Zukunftsprogramm II" finden Sie hier auf den Seiten der FFA.

Der an sich wichtigste Punkt: Laut Mitteilung der BKM können nun auch Kinos Mittel erhalten, die die strukturellen oder kulturellen Antragsvoraussetzungen des "Zukunftsprogramms Kino I" nicht erfüllen. Genauer gesagt: Ausschließlich diese Kinos haben Zugriff auf das "Zukunftsprogramm II". Denn wie es in den Fördergrundsätzen heißt: "Kinos, die die Antragsvoraussetzungen des Zukunftsprogramm Kino in der Fassung vom 18.05.2020 erfüllen, sind nicht antragsberechtigt."

Allerdings gibt es einen erheblichen Unterschied zum "Zukunftsprogramm I" - und dieser liegt in der Breite der geförderten Maßnahmen. Denn aus dem "Zukunftsprogramm Kino II" fördert der Bund Investitionen in Umbau-, Modernisierungs- und Ausstattungsmaßnahmen, mit denen sich die Gefahr einer Ausbreitung des Corona-Virus beim Kinobesuch reduzieren lässt. Mit anderen Worten: Es werden - abgesehen von Maßnahmen für das "Grüne Kino" - nach dem Wortlaut der Fördergrundsätze nur Investitionen gefördert, die direkt einer Reduzierung der Ansteckungsgefahr (allerdings nicht nur mit dem Coronavirus) dienen. Was übrigens per se durchaus an Gewicht gewinnen würde, sollten (mehr) Bundesländer eine Lockerung von Vorgaben (wie dem Mindestabstand) über das allgemeine Maß hinaus an die Umsetzung förderfähiger und im Kino sinnvoll umsetzbarer Maßnahmen koppeln.

Allerdings muss man beinahe davon ausgehen, dass die Auslegung der Fördergrundsätze bei der Frage nach der Förderfähigkeit von Maßnahmen eine (sehr) hohe Bandbreite aufweisen muss - anderenfalls wäre die Fördersumme von 40 Mio. Euro vermutlich eher ein wenig hoch angesetzt.

Wie üblich bei so einer Förderung darf die Maßnahme noch nicht begonnen worden sein, wenn die Förderung beantragt wird (es sei denn es liegt eine schriftliche Genehmigung der FFA zum vorzeitigen Maßnahmebeginn vor). Zudem beträgt die maximale Förderquote (Kumulierungen mit anderen Förderungen sind möglich) beim "Zukunftsprogramm II" 80 Prozent, im Rahmen des "Zukunftsprogramms I" sind theoretisch sogar 100 Prozent möglich.

Die maximale Förderhöhe pro Kino beträgt beim "Zukunftsprogramm II" 315.000 Euro. Ein Unternehmen, das mehrere Standorte betreibt, darf insgesamt maximal 630.000 Euro beantragen. Gewährt wird eine Förderung als nicht rückzahlbarer Zuschuss.

Der HDF Kino jedenfalls begrüßte die Maßnahme in einer Stellungnahme umgehend als "wichtiges Signal" für den Erhalt der Vielfalt des Kulturbetriebes Kino. "Der Regierung, den Bundestagsabgeordneten und vor allen Dingen Staatsministerin Monika Grütters gilt unser herzlichster Dank", erklärte die Vorstandsvorsitzende Christine Berg. "Die neue Förderung ermöglicht es den Kinos, auch in dieser schweren Zeit zukunftsfähig zu bleiben und weiterhin dem Publikum ein sicheres kulturelles Gemeinschaftserlebnis zu bieten."

Auf besondere Zustimmung des HDF stößt, dass nun auch Kinos gefördert werden, die bislang durch das Raster fielen. "Wir freuen uns, dass seitens der Politik gesehen wird, wie essenziell es ist, dass die Kinolandschaft in der Breite erhalten bleibt", so Berg.

Anträge auf Förderung aus dem "Zukunftsprogramm II" können ab 1. August gestellt werden. Der Zugang zur elektronischen Antragstellung wird zu diesem Datum auf den Seiten der FFA unter "Zukunftsprogramm Kino II für pandemiebedingte Investitionen" (s.o.) freigeschaltet.