Kino

Weinstein-Opfer fechten Einigung an

Ende Juni war den Missbrauchsopfern des einstigen Erfolgsproduzenten Harvey Weinstein eine Entschädigungssumme von insgesamt 19 Mio. Dollar zugesprochen worden. Diese Einigung wird jetzt in Form einer Sammelklage angefochten.

14.07.2020 10:29 • von Jochen Müller
Harvey Weinstein (Bild: imago images / ZUMA wire)

In einer Sammelklage haben die Missbrauchsopfer des einstigen Erfolgsproduzenten Harvey Weinstein die Ende Juni getroffene Einigung angefochten. Wie berichtet, war den Klägerinnen eine Summe von knapp 19 Mio. Dollar zugesprochen worden.

"Die Sammelklage, die im Namen derer erhoben wird, die Besseres verdienen, wird den meisten von Harvey Weinsteins Opfern Linderung verschaffen. Obwohl in der Vereinbarung von Entschädigungen von bis zu 750.000 Dollar die Rede ist und der New Yorker Generalstaatsanwalt von einem Gewinn für die Oper gesprochen hat, ist dies alles ein grausamer Scherz. In Wahrheit wird die Entschädigungssumme für jede der Klägerinnen wohl nur zwischen 10.000 und 20.000 Dollar liegen. Wenn der Deal genehmigt wird, sind Harvey Weinstein, Robert Weinstein und die extrem wohlhabenden ehemaligen Direktoren der Weinstein Company, die damit von der Verantwortung freigesprochen und nichts zu der Vereinbarung beitragen haben, die großen Gewinner", zitiert "Deadline.com" aus dem 41 Seiten umfassenden Dokument, das heute Gegenstand einer Anhörung sein soll.

Weinsteins Anwälte erklärten zu der beim New Yorker Bezirksgericht eingereichten Klage: "Herrn Weinsteins derzeitige und künftige finanzielle Lage ist weit von wohlhabend entfernt, nachdem ihm nicht nur seine persönliche, sondern auch seine finanzielle Freiheit genommen wurde."

Harvey Weinstein war im März dieses Jahres wegen sexuellen Missbrauchs in mehreren Fällen zu einer 23-jährigen Haftstrafe verurteilt worden (wir berichteten). Er strebt nun ein Berufungsverfahren an, das aber noch aussteht.