Kino

Pauline Striebeck, Ein- & Verkauf, Koproduktionen Wild Bunch Germany: "Blick nach vorn"

Wie haben die deutschen Einkäufer den diesjährigen Marché du Film erlebt, der nur virtuell abgehalten werden konnte? Hier berichtet Pauline Striebeck, Ein- & Verkauf, Koproduktionen Wild Bunch Germany.

14.07.2020 08:29 • von Barbara Schuster
Pauline Striebeck (Bild: Wild Bunch Germany)

Wie haben die deutschen Einkäufer den diesjährigen Marché du Film erlebt, der nur virtuell abgehalten werden konnte? Hier berichtet Pauline Striebeck, Ein- & Verkauf, Koproduktionen Wild Bunch Germany.

Wie haben Sie den diesjährigen Marché du Film erlebt, der aufgrund der Corona-Pandemie nur virtuell stattfinden konnte?

Überraschend positiv. Es war doch sehr viel effektiver, als wir es ursprünglich erwartet hatten.

Waren alle Möglichkeiten des Austauschs gegeben? Hat die Technik reibungslos funktioniert? Würde Ihnen die virtuelle Form künftig genügen?

Es gab natürlich hier und da ein paar technische Stolpersteine, aber im Großen und Ganzen war der Ab- lauf wirklich sehr reibungslos. Trotzdem lebt unsere Branche von einem miteinander, den direkten Gesprächen, nach- dem man einen Film gesehen hat, und der Euphorie, die dadurch entstehen kann. Besonders auch im Hinblick auf den Festival-Teil des Marktes und die Filme, die hier besonders besprochen und prämiert werden. Dieser Teil ist extrem schön und wichtig und wird von einem virtuellen Markt nie ersetzt werden können.

Wie war generell die Stimmung? Wie schätzt man die Folgen der Pandemie im Ausland für den Kinomarkt ein?

Man spürt, dass die Leute nach vorne blicken wollen mit Ausnahme von ein paar Regionen, die der- zeit leider noch viel stärker betroffen sind als wir in Europa und vor einem steinigeren Weg stehen. Aber insgesamt will man an dem Glauben an ein Kinoleben nach der Pandemie festhalten. Das ist toll!

Konnten Sie fündig werden? Wenn ja, welche Titel bringen Sie mit?

Wir haben durchaus ein paar schöne Titel für uns erobern können. Darunter das sympathische Biopic "Emily", auch für die jüngere Generation, verkauft über Embankment. Frances O'Connor gibt hier ihr Regiedebüt und erzählt die kraftvolle Geschichte von Emily Brontë, einer starken Frau, die wider aller konventionellen Stränge ihre Stimme fand und damit Generationen berührte. Die Rolle der Emily übernimmt die talentierte Emma Mackey, der Star aus "Sex Education". Bei Madriver International konnten wir uns das Remake von dem gleichnamigen französischen Thriller "My Son" sichern. Der Protagonist (James McAvoy) erhält einen Anruf von seiner Ex-Frau, dass ihr siebenjähriger Sohn aus einem Camp verschwunden ist. Wie einst Liam Neeson in "Taken", ist der Vater entschlossen, alles zu tun, um seinen Sohn zu finden - und das Geheimnis um das Verschwinden des Jungen aufzudecken. Und über Capstone haben wir den neuen Actionthriller "The Fall" von den Produzenten von "47 Meters Down" erworben. Im Zentrum stehen zwei Free Climber, die einen verlassenen Turm in der Wüste besteigen und sich auf 600 Meter Höhe ohne Ausweg wiederfinden. Die ein oder andere Entscheidung steht außerdem noch aus.