Kino

Kalifornien macht wieder dicht

Nachdem Gouverneur Gavin Newsom bereits Anfang Juli unter anderem die Schließung von Kinos in 19 Bezirken von Kalifornien für die Dauer von drei Wochen angeordnet hatte, ist nun im gesamten Bundesstaat zunächst einmal wieder Schluss mit diesen und anderen Indoor-Angeboten - und das ohne zeitliche Begrenzung. Unterdessen stellt ein Analyst eine düstere Prognose an.

13.07.2020 23:17 • von Marc Mensch
Kaliforniens Gouverneur Gavin Newsom (Bild: imago images/Everett Collection)

Angesichts der Entwicklung der Infektionszahlen in den USA war es abzusehen: Auf eine Rücknahme der Lockerungen, in deren Zuge Kinos in 19 kalifornischen Bezirken den Betrieb Anfang Juli für die Dauer von drei Wochen wieder einstellen mussten (sofern sie ihn dort überhaupt aufgenommen hatten, tatsächlich war in Kalifornien zu diesem Zeitpunkt weit weniger als ein Zehntel der Häuser überhaupt wieder am Start gewesen) folgte nun die nächste Anordnung von Gouverneur Gavin Newsom: Demnach gilt ab sofort im gesamten Bundesstaat eine Schließungsanordung für die Indoor-Angebote von unter anderem Restaurants, Museen, Zoos und Kinos - diesmal zunächst ohne zeitliche Limitierung. Tatsächlich gehen die Maßnahmen in 30 Bezirken sogar noch weiter, dort müssen nun auch wieder unter anderem Einkaufszentren, Friseure, Fitness-Center, Kirchen und generell Büros geschlossen bleiben, die zu Unternehmen der nicht-kritischen Infrastruktur zählen.

Bereits unmittelbar vor dieser jüngsten Rücknahme von Lockerungen der Corona-Maßnahmen hatte Analyst Eric Handler von MKM Partners eine düstere Prognose für die Wiedereröffnung der Kinos in den USA angestellt. Laut einem - etwas überspitzt betitelten - Bericht des "Hollywood Reporter", sieht Handler derzeit nur eine "geringe Wahrscheinlichkeit", dass Tenet" tatsächlich am 12. August startet, dagegen sprächen vor allem die Infektionszahlen in Kalifornien, Texas und Florida sowie die unklaren Perspektiven in New York. MKM Partners zufolge wäre man "überrascht", wenn die Kinos tatsächlich landesweit flächendeckend vor September eröffnen könnten.

Als Folge korrigierte Handler seine bisherige Prognose eines Rückgangs des US-Boxoffice um 55 bis 60 Prozent in 2020 weiter nach unten. Demnach erwartet er nun einen Rückgang von knapp 70 Prozent. Genauer gesagt geht er nun davon aus dass sich das Minus im dritten Quartal auf bis zu 90 Prozent (vorherige Prognose: 65 Prozent) und im vierten Quartal auf bis zu 50 Prozent (zuvor 29 Prozent) belaufen könnte.

Ähnlich schlecht seien die Aussichten für die europäischen Märkte. Denn auch wenn man die Pandemie dort besser im Griff habe, würde es dort keinen "nennenswerten" neuen Content geben, bis Nordamerika wieder auf Kurs sei. Handler geht davon aus, dass sich der US-Kinomarkt erholen kann, allerdings würde ein "normaler Level" von rund 11,5 Mrd. Dollar Boxoffice erst wieder 2022 erreicht.