Produktion

FFF veröffentlicht neue Förderleitlinie für TV-Projekte

Nachdem der FFF Bayern bereits Ende vergangenen Jahres seine Förderrichtlinien neu gefasst und dabei nicht zuletzt die Serienförderung gestärkt hat, wurde nun auch die TV-Leitlinie angepasst.

09.07.2020 15:26 • von Marc Mensch
FFF-Geschäftsführerin Dorothee Erpenstein (Bild: FFF Bayern)

Sie ergänzt bereits seit 2002 die allgemeinen Förderrichtlinien des FFF Bayern und hat zum Ziel, die Vertragsverhandlungen zwischen den beteiligten Parteien über Verteilung und Laufzeiten von Rechten und Lizenzen zu erleichtern: die Leitlinie für die Förderung von TV-Projekten. Auch diese wurde nun vor dem Hintergrund neuer Player, wachsender Konkurrenz und sich verändernder Nutzungsgewohnheiten überarbeitet. Fortgeschrieben wurde die jetzt vom FFF-Aufsichtsrat verabschiedete Leitlinie von einer Richtlinienkommission, in die Neufassung flossen auch Gespräche mit Vertreter*innen der Sender sowie mit Produzent*innen ein.

Die neue TV-Leitlinie des FFF Bayern finden Sie hier.

Die wesentlichen Änderungen fasst der FFF in einer Mitteilung unter folgenden Stichpunkten zusammen:

Lineare Auswertung: Es wird in der fortgeschriebenen TV-Leitlinie explizit erwähnt, dass eine lineare Auswertung des Projekts vorausgesetzt wird. Damit wird die bekannte Handhabung im regulären Topf nun verschriftlicht.

Zusammenspiel der Partner: Die Laufzeit der ersten Nutzungsphase richtete sich bisher nach der Höhe der Senderbeteiligung an den Herstellungskosten. Von nun an orientiert sich die Erstlizenz an der Höhe der zusammengerechneten Beteiligungen der Sender und Plattformen an den Herstellungskosten. Damit reagiert der FFF auf die Weiterentwicklung der Partnerschaften in der Finanzierungsbeteiligung.

Lizenzgebiet: Im Sinne der vertraglichen Klarheiten soll eine Beteiligung von arte zukünftig bereits aus der eingereichten Vereinbarung mit dem beteiligten Sender ersichtlich sein.

Unterlizenzierung: Im Einvernehmen mit den Produzentinnen und Produzenten hat der FFF die Regelung zur Unterlizensierung gestrichen. Laut dieser konnte die Unterlizensierung nur innerhalb der Senderfamilie vorgenommen werden und bedurfte für alle anderen Fälle der Zustimmung der Produktionsfirma, die allerdings diese nur aus berechtigten Gründen verweigern konnte.

Video on Demand: Werden dem Sender neben den linearen Senderechten die VoD-Rechte übertragen, müssen Art, Umfang und Laufzeit eindeutig vereinbart werden. Damit wird der gestiegenen Bedeutung der VoD-Auswertung Rechnung getragen.

Faire Aufteilung der Verwertungsrechte: In einer neu hinzugefügten Ziffer wird darauf hingewiesen, dass zwischen Produzentinnen/ Produzenten und Sendern die Rechte am geförderten Projekt ausgewogen verteilt werden müssen.

Gleiche Regeln für Plattformen: In der neuen TV-Leitlinie wird klargestellt, dass bei ergänzenden Vertragsverhandlungen mit Plattformbetreibern dieselben Konditionen wie für Sender gelten. Dies betrifft die Aspekte: erste Nutzungsphase, Lizenzgebiet, Rechteaufteilung, Anschlusslizenzen, Erlösbeteiligung.

Weltvertriebsvertrag: Hier gibt es zwei Änderungen. Erstens: Bisher konnte die Produktionsfirma, wenn sie selber als Weltvertrieb fungiert hat, die sonst übliche Provision nicht abrechnen. Dies ist jetzt anders, von nun an kann sie, wenn sie selbst die Vertriebstätigkeit übernimmt, von bis zu 25 Prozent Provision abziehen. Klargestellt wird außerdem, dass bei Erlösen aus nationalen TV-Verwertungen keine Provisionen abgerechnet werden dürfen - das ist die zweite Anpassung in der TV-Leitlinie

FFF-Geschäftsführerin Dorothee Erpenstein kommentiert die Neufassung der Leitlinie wie folgt: "Bei aller berechtigter Begeisterung für die Beliebtheit des Fernsehens und des Streamens sowie der außerordentlich guten Auftragslage für Produktionsfirmen darf nicht übersehen werden, dass hinter allen Projekten harte Vertragsverhandlungen stehen. Es freut mich, dass wir mit der Fortschreibung der TV-Leitlinie ein Stück mehr zur Erleichterung der Vertragsverhandlungen beitragen können!"