Kino

Alexander Janssen, Senior Vice President Acquisitions Leonine: "Nach wie vor ein People-Business"

Wie haben die deutschen Einkäufer den diesjährigen Marché du Film erlebt, der nur virtuell abgehalten werden konnte? Hier berichtet Alexander Janssen, Senior Vice President Acquisitions bei Leonine.

09.07.2020 12:19 • von Barbara Schuster
Alexander Janssen (Bild: Leonine)

Wie haben die deutschen Einkäufer den diesjährigen Marché du Film erlebt, der nur virtuell abgehalten werden konnte? Hier berichtet Alexander Janssen, Senior Vice President Acquisitions bei Leonine.

Wie haben Sie den diesjährigen Marché du Film erlebt, der aufgrund der Coronapandemie nur virtuell stattfinden konnte?

Wie vermutlich die ganze Branche waren auch wir sehr gespannt auf den virtuellen Markt. Im Großen und Ganzen haben wir haben den Marché sehr positiv erlebt, es war großartig viele Partner nach langer Zeit wieder "live" zu sehen.

Waren alle Möglichkeiten des Austausches gegeben? Hat die Technik reibungslos funktioniert? Würde Ihnen die virtuelle Form auch künftig genügen?

Die Technik hat weitestgehend ohne Probleme funktioniert, es gab verschiedenste Plattformen, die für die virtuellen Meetings genutzt wurden, vielleicht nicht ganz dasselbe wie von einem Ende der Croisette zum anderen zu laufen. Künftig würde mir ein rein virtueller Markt nicht reichen. Es gibt viele Vorteile die eine Digitalisierung mit sich bringt, wir sind aber nach wie vor in einem People-Business und eine gewisse Dynamik und Interaktion, beispielsweise der Austausch mit Partnern außerhalb angesetzter Termine sowie auch der mit anderen deutschen und internationalen Verleihern, bleibt auf der Strecke. Gerade in der momentanen Situation, wo viele Business-Aspekte noch ungewiss sind, kann ein rein digitaler Markt nicht ausreichend sein.

Wie war generell die Stimmung? Wie schätzt man die Folgen der Pandemie im Ausland für den Kinomarkt ein?

Die Stimmung war sehr unterschiedlich. In Deutschland ist die Situation sicherlich anders zu bewerten als in anderen Ländern, in denen die Pandemie nicht so sehr unter Kontrolle gehalten wird. Generell will man einen gesunden Optimismus an den Tag legen, aber für viele Länder ist es schlicht zu früh gewisse Annahmen für die Zukunft zu treffen.

Konnten Sie fündig werden? Wenn ja, welche Titel bringen Sie mit?

Ja, Leonine konnte sich mehrere Titel sichern. "Violence of Action", einen action-geladenen Thriller von Regisseur Tarik Saleh mit Chris Pine, Ben Foster, Gillian Jacobs, Eddie Marsan und Nina Hoss, den von Michael Bay produzierten Pandemie-Thriller "Songbird" mit Demi Moore, Craig Robinson, Paul Walter Hauser und Peter Stormare und den Action-Thriller "Kandahar" von Erfolgsgespann Ric Roman Waugh und Gerard Butler.