Kino

Wiebke Andresen, Director of Acquisition DCM: "Der Blick geht nach vorne"

Wie haben die deutschen Einkäufer den diesjährigen Marché du Film erlebt, der nur virtuell abgehalten werden konnte? Hier berichtet Wiebke Andresen, Director of Acquisition bei DCM.

09.07.2020 08:08 • von Barbara Schuster
Wiebke Andresen (Bild: DCM)

Wie haben die deutschen Einkäufer den diesjährigen Marché du Film erlebt, der nur virtuell abgehalten werden konnte? Hier berichtet Wiebke Andresen, Director of Acquisition bei DCM.

Wie haben Sie den diesjährigen Marché du Film erlebt, der aufgrund der Coronapandemie nur virtuell stattfinden konnte?

Es war gut, mit der Branche in den Dialog zu treten und zu spüren, dass der Wunsch nach besonderen Geschichten und ihrer Rückkehr ins Kino überall verbreitet ist. Insgesamt gab es Dinge, die sehr gut funktioniert haben - wie beispielweise die Website vom Marché - und andere, die etwas schwieriger waren. Ich fand es besonders bedauerlich, dass kaum große Filme, die das Cannes Label trugen, für uns frei zugänglich waren, entweder weil die DACH-Rechte bereits verkauft waren oder weil die Studios sie gar nicht gezeigt haben. Das teilen von besonderen Filmerlebnissen macht ja einen großen Teil des Festival Charakters aus.

Waren alle Möglichkeiten des Austausches gegeben? Hat die Technik reibungslos funktioniert? Würde Ihnen die virtuelle Form auch künftig genügen?

Bei mir hat die Technik wunderbar funktioniert, es gab ja je nach Weltvertrieb unterschiedliche Meeting-Plattformen. Die virtuelle Form würde mir für einen reinen Projektmarkt reichen, ein Festival kann aber nicht ins Netz verlegt werden. Der Red Carpet, der Buzz und Hype um die Filme entsteht nur, wenn die Menschen zusammenkommen, gemeinsam im Kino sitzen und darüber reden können.

Wie war generell die Stimmung? Wie schätzt man die Folgen der Pandemie im Ausland für den Kinomarkt ein?

Die Stimmung war gut, weil es attraktive Projekte im Markt und die Bereitschaft zu kaufen gab. Der Blick geht nach vorne, aber es ist auch eine deutliche Ungewissheit hinsichtlich der Zukunft und zu spüren.

Konnten Sie fündig werden? Wenn ja, welche Titel bringen Sie mit?

Wir konnten fündig werden. Eine Akquise freut uns riesig und wurde ja bereits verkündet (das Lady-Di-Projekt von Pablo Larrain, Anm. d. Red.), weitere sind noch in Verhandlung und somit ist es zu früh dazu genaueres zu sagen.