Produktion

UPDATE: Förderstart in Mecklenburg-Vorpommern

Ab sofort können Filmförderanträge bei der Staatskanzlei Mecklenburg-Vorpommern gestellt werden, hierfür stellt das Land zunächst 450.000 Euro zur Verfügung. Die Gründung der landeseigenen MV Filmförderung GmbH ist für Herbst geplant. Eine erste Reaktion der Filmland MV gGmbH fiel positiv aus - obwohl man dort zwei "Wermutstropfen" sieht.

06.07.2020 14:45 • von Marc Mensch
Staatskanzlei-Chef Heiko Geue beim Berlinale-Empfang des Landes Mecklenburg-Vorpommern (Bild: Filmland MV)

"Gerade in schwierigen Zeiten wollen wir spürbare Impulse für die wichtige Zukunftsbranche Film und das damit verbundene kreative Schaffen von Filmemacherinnen und Filmemachern unterstützen", erklärte Staatssekretär Heiko Geue als Chef der Staatskanzlei Mecklenburg-Vorpommern heute in Schwerin. Hintergrund dieser Aussage: Ab sofort stellt das Land 450.000 Euro für Anträge auf Film- und Medienförderung zur Verfügung, die seit heute bei der Staatskanzlei gestellt werden können.

Unterstützt werden die Entwicklung, die Produktion sowie Verleih, Vertrieb, Abspiel und Präsentation von Film- und Medienprojekten. Die Vergabe erfolgt durch eine unabhängige, sechsköpfige Fachjury. Einreichschluss für die Anträge ist der 31. Juli 2020, die Antragstellung erfolgt über www.regierung-mv.de/film, hier finden sich auch die Fördergrundsätze.

Mit der Gründung der Filmfördergesellschaft werden laut Geue dann weitere Fördermittel zur Verfügung gestellt. "Im Herbst werden wir die landeseigene MV Filmförderung GmbH gründen. Diese GmbH wird dann die Film- und Medienförderung aus einer Hand organisieren und als zentrale Ansprechstelle für die Standortentwicklung zuständig sein. Unser Ziel ist, Mecklenburg-Vorpommern als Standort für Filmproduktionen weiterzuentwickeln undunverwechselbar zu positionieren. Wir bieten hier mit unserer Ostseeküste, der Seenlandschaft, der unglaublich schönen Natur, den Hansestädten mit der wunderbaren Backsteingotik die besten Voraussetzungen dafür. Deshalb ist es wichtig, zu zeigen: Es lohnt sich, in Mecklenburg-Vorpommern zu drehen, zu investieren", so Geue.

UPDATE: Als Geschäftsführer der Filmland MV gGmbH begrüßt Volker Kufahl in einer ersten Reaktion die heute veröffentlichten Fördergrundsätze. Bemerkenswert sei nicht zuletzt, dass die Förderungen als Zuschüsse ausgereicht würden, bei schwierigen audiovisuellen Werken könne überdies auf den Einsatz von Eigenmitteln ganz verzichtet werden. Sehr positiv sei auch die Stärkung der Stoff- und Projektentwicklung. Insgesamt stelle die neue Förderung einen Fortschritt dar, da sie Produktionen und Filmschaffenden aus Mecklenburg-Vorpommern zu größerer Sichtbarkeit verhelfe. Man begrüße zudem besonders, dass auch Filmtheater (gewerbliche wie nicht-gewerbliche) von der neuen Abspielförderung profitieren könnten.

Allerdings siehht Kufahl auch Wermutstropfen: Namentlich die zunächst kurze Antragsfrist bis 31. Juli sowie die immer noch sehr überschaubare Fördersumme in Höhe von 450.000 Euro. "Allerdings hat das Land hier seine Absicht zum erheblichen Ausbau der Filmfördermittel für die kommenden Jahre bereits angekündigt. Das Instrument hierfür wird die neue Fördergesellschaft sein", so Kufahl.