Kino

50 Millionen für Ausfallfonds

Die Bundesregierung stellt 50 Millionen Euro zur Übernahme von Corona-bedingten Ausfallkosten bereit. Die Regelung gilt jedoch lediglich für Kinofilm- und "hochwertige" Serienproduktionen.

03.07.2020 13:25 • von Frank Heine
Alexander Thies (Bild: NFP)

Das lange Ringen um einen Ausfallfonds, der bei Corona-bedingten Drehunterbrechungen greift, hat ein Ende. Kulturstaatsministerin Monika Grütters teilte am heutigen 3. Juli mit, dass die Bundesregierung im Rahmen des Hilfs- und Investitionspakets "Neustart" 50 Millionen Euro für die Übernahme von pandemiebedingten Ausfallkosten bereitstellt. Zugute kommt diese Unterstützung jedoch lediglich Kinofilmproduktionen und "hochwertigen Serienproduktionen". Wer auf welcher Basis festlegt, welche Serienproduktion hochwertig ist und welche nicht ist eine interessante Frage.

Die Produzentenallianz, die sich seit Anfang Mai für einen solchen Ausfallfonds, wie er etwa in Frankreich oder Österreich längst eingeführt wurde, stark macht, begrüßt die Entscheidung als "außerordentlich wichtigen Schritt" für die Film- und Fernsehbranche.

"Der Ausfallfonds, für den wir seit Wochen engagiert kämpfen, ist das zentrale Instrument, um den Motor der Film- und Fernsehbranche wieder zum Laufen zu bekommen. Ohne den Fonds sind Film- und Serienproduktionen vor möglichen Corona-bedingten Ausfallrisiken nicht abgesichert, was dazu führt, dass viele Produktionsunternehmen das Risiko eines erneuten Drehstopps nicht eingehen können", schildert der Vorsitzender der Produzentenallianz, Alexander Thies, nochmals die Problematik. Es gelte nun den Fonds schnellstmöglich an den Start zu bringen, "damit die Branche mit ihren Partnern wieder verlässlich die Arbeit aufnehmen kann", so Thies weiter.

Allerdings hätte sich die Produzentenallianz eine weitergehende Abdeckung des Fonds gewünscht und sieht noch "ein großes Stück Arbeit" vor sich, um den Bereich der Fernsehproduktion, insbesondere der Auftragsproduktion, abzusichern. "Der Bund hat bereits zu erkennen gegeben, dass er auch von den Ländern und Sendern solidarische Lösungen erwartet. Die Produzentenallianz favorisiert dabei ein einheitliches Modell, also einen gemeinsamen Fonds, an dem sich Bund sowie Länder und Sender beteiligen", legt Thies erneut die von der Allianz von Anbeginn vorgeschlagene Vorgehensweise dar.