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Insolvenzverfahren über Ymagis SA eröffnet

Nachdem der Ymagis-Gruppe ein staatlich garantierter Kredit verweigert wurde, musste unter anderem für die Konzernholding Ymagis SA ein Insolvenzantrag gestellt werden. Ein Pariser Gericht hat nun ein Sanierungsverfahren eröffnet. Wesentliche Teile der Gruppe, wie unter anderem die zu CinemaNext SA gehörenden Unternehmungen, seien von diesem Schritt aber nicht betroffen.

02.07.2020 11:01 • von Marc Mensch
Ymagis-CEO Jean Mizrahi (Bild: Ymagis)

Wie die Ymagis-Gruppe mitteilt, hat ein Pariser Gericht auf einen Insolvenzantrag hin am 1. Juli die Eröffnung eines Sanierungsverfahrens unter anderem für die Konzernholding Ymagis SA beschlossen. Das Gericht hat hierzu einen sogenannten "Beobachtungszeitraum" von sechs Monaten bestimmt, innerhalb dessen die beiden Insolvenzverwalter (Maître Carole Martinez und Maître Jonathan El Baze) die Lage des Unternehmens, sein Vermögen, seine Einnahmen und seine Verbindlichkeiten prüfen werden, um insbesondere zu bestimmen, welche Maßnahmen zu ergreifen wären, damit das Unternehmen wieder gesund wird. Dieser Zeitraum endet mit der Verabschiedung eines Sanierungsplans oder - sollte sich herausstellen, dass eine solche nicht möglich ist - mit der Änderung des Verfahrens in ein Abwicklungsverfahren.

Die Mitteilung von Ymagis im französischen Original finden Sie hier.

Die Gründe für diese Entwicklung liegen auf der Hand: Der monatelange (Nahezu-)Totalstopp des weltweiten Kinogeschäfts infolge der Corona-Pandemie hatte massiven Einfluss auf die Aktivitäten der Gruppe. Diese hatte einen staatlich abgesicherten Hilfskredit beantragt, welcher ihr seitens der Banken jedoch verweigert wurde, da sich die Gruppe aktuell in einer Phase der Umstrukturierung von Verbindlichkeiten befindet.

Laut Ymagis erstreckt sich das Verfahren auf die Konzernholding Ymagis SA sowie die Unternehmen CinemaNext France, Ymagis Engineering Services, Eclair Digital Service, Eclair Media und Villette Virtual. Die anderen Unternehmen der Ymagis-Gruppe seien von dem Verfahren nicht betroffen und würden ihre Tätigkeit außerhalb dessen fortsetzen.

Insbesondere alle von CinemaNext SA (Belgien) abhängigen Unternehmen, alle Unternehmen der Geschäftsbereiche "Eclair Theatrical Services", "Eclair Versioning & Accessibility" und "Eclair Preservation" würden weiter profitabel arbeiten und ihre Tätigkeit ohne Auswirkungen durch das Verfahren fortsetzen. In den USA wurde ein Verfahren nach Chapter 15 des US-Insolvenzrechts eingeleitet, das Verträge schützen soll, die unter das US-Recht fallen.