Kino

Medienrat betont Dringlichkeit von Ausfallfonds

Der Deutsche Medienrat setzt sich in einem heute publizierten Schreiben für politische Maßnahmen ein, um einerseits den fehlenden Versicherungsschutz bei pandemiebedingten Drehausfällen aufzufangen und anderseits die Situation der Solo-Selbständigen im Kultur- und Medienbereich zu verbessern.

17.06.2020 17:36 • von Frank Heine
- (Bild: Deutscher Medienrat)

In einer am heutigen 17. Juni veröffentlichten Stellungnahme fordert der Deutsche Medienrat die Politik zu schnellem Handeln auf, um zwei Problempunkte für die Filmwirtschaft zu lösen, die bislang durch Corona-bedingten Maßnahmen nicht ausreichend bedacht wurden.

Um den pandemie-bedingten Ausfallrisiken bei Filmdrehs, die sich nicht durch die üblichen Filmausfall-Versicherungen absichern lassen, begegnen zu können, sieht der Deutsche Medienrat die dringende Notwendigkeit, kurzfristig einen staatlich finanzierten Corona-Ausfallfonds einzurichten. Andernfalls, sei "der überfällige Übergang zu einer geregelten Produktionstätigkeit in Deutschland" nicht zu gewährleisten. Davon betroffen sind alle Sparten der Produktion Audiovisueller Medien - von Kino und Fernsehen bis Werbung. Eine "langfristige Schwächung der Konjunktur in diesem Bereich" wird befürchtet. Eile ist geboten, weil die Hauptproduktionszeiten für Kino und Fernsehen in den Sommermonaten liegen. Es wird auf nationale Ausfallfonds in Österreich, Frankreich und Italien hingewiesen. Der Deutsche Medienrat appelliert an die Politik von Bund und Ländern, "sehr kurzfristig mit der Film-, Fernseh- und Medienwirtschaft eine Lösung zu finden".

Darüber hinaus weist der Medienrat darauf hin, dass die wirtschaftliche Situation der solo-selbständigen Kreativen im Medienbereich aller bisherigen Maßnahmen zum Trotz kritisch bleibt. Um eine nochmalige Prüfung, inwieweit die Sofortmaßnahmen des Bundes für die Bedürfnisse der Solo-Selbständigen passgenauer ausgestaltet werden könnten, wird gebeten. Auf Länderebene sieht der Deutsche Medienrat noch viel Nachbesserungspotential. Hier sei "bisher zu wenig und vor allem zu wenig abgestimmt" vorgegangen worden.