Kino

Constantin verschiebt "Kaiserschmarrndrama" und "Contra"

Wie Constantin-Vorstand Martin Moszkowicz im Gespräch mit der dpa bekannt gab, wird der bayerische Hoffnungsträger "Kaiserschmarrndrama" nicht wie geplant im August gestartet. Dies sei unter den aktuellen Kapazitätsvorgaben nicht möglich. Auch der bei der Filmwoche gefeierte "Contra" wird den Termin Anfang Oktober nicht halten können. An anderen Starts hält der Verleih aber fest - und setzt sich nachdrücklich für eine Unterstützung sämtlicher Kinos ein.

10.06.2020 12:31 • von Marc Mensch
Der Drehschluss für "Kaiserschmarrndrama" konnte schon vor einiger Zeit gefeiert werden - nun müssen Fans der Eberhofer-Reihe noch ein wenig Geduld haben (Bild: Constantin)

Im Gespräch mit der dpa hat Constantin-Vorstand Martin Moszkowicz die Rahmenbedingungen analysiert, unter denen Kinos in der aktuellen Wiedereröffnungsphase spielen müssen - und sein Urteil fällt alarmierend aus. So hofft er vor allem, dass bei den massiven Einschränkungen der Sitzplatzkapazitäten noch "nachjustiert" werde. "Wir erwarten nicht, dass die Kinos jetzt genauso aufmachen können, wie vor der Krise. Aber bei den aktuellen Auflagen arbeiten sie mit 15 bis 20 Prozent ihrer Sitzplatzkapazität. Da werden viele Kinos Pleite machen", erklärte er - auch weil große Filmstarts ausbleiben würden, solange es keine vernünftigen Kapazitäten gebe. (Tatsächlich arbeitet z.B. Österreich mit Mindestabständen, die eine erheblich höhere Auslastung pro Saal erlauben, Anm.d.Red.)

Auch die Constantin reagiert auf die momentane Situation - und schickt zwei ihrer größten Titel nicht in ein Umfeld, das noch denkbar weit von einem regulären Kinoerlebnis entfernt ist - und noch viel weiter von der veritablen "Volksfeststimmung", mit der die Filme der Eberhofer-Reihe vor allem vom bayerischen Publikum in den Sälen gefeiert würden. Laut Martin Moszkowicz sei es unter den aktuellen Vorgaben "schlicht nicht möglich" den neuesten Teil der Eberhofer-Reihe, Kaiserschmarrndrama", wie geplant im August zu starten. Einen neuen Termin nannte er in diesem Zusammenhang noch nicht.

Ähnliches gilt leider auch für einen weiteren bereits bei der Filmwoche München gefeierten (und dort sogar in voller Länge gezeigten) Film. Wie Geschäftsführer Torsten Koch bestätigte, werde man Contra" nicht schon am 1. Oktober in die Kinos bringen können, auch hier analysiere man das Umfeld weiter, um einen Termin zu finden, zu dem das besonders hohe Potenzial des Filmes ausgeschöpft werden könnte. An den derzeit geplanten Startterminen für After Truth", Monster Hunter", Drachenreiter" und Ostwind - Der große Orkan" halte der Verleih hingegen fest, wobei bislang nur für "Monster Hunter" und "Drachenreiter" tatsächlich (neue) Termine kommuniziert sind.

Im Interview mit der dpa verdeutliche Moszkowicz noch einmal seinen Standpunkt hinsichtlich der notwendigen Unterstützung der Kinos nach einer umsatzlosen Schließungs- und angesichts einer enorm schwierigen Wiederanlaufphase, deren Rahmenbedingungen kostendeckendes Arbeiten verhinderten. Er setzte sich nachdrücklich dafür ein, sämtlichen Filmtheatern Hilfe zukommen zu lassen - auch den bislang stiefmütterlich behandelten Multiplexen, die das Geschäft vorantrieben. "Unterstützung ist dringend notwendig, und zwar für alle Kinos, unabhängig von der Anzahl der Leinwände. Es geht nicht nur um das kleine Kino um die Ecke, es geht auch um die großen Häuser. Das sind Begegnungsstätten für Menschen, da kann man Kino erleben", so Moszkowicz.