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Netflix-Wochencharts: Steve Carells "Space Force" startet durch

Überragendes deutsches User-Interesse hat es in der vergangenen Woche auf Netflix für die Steve-Carell-Comedy-Serie "Space Force" gegeben, die besser als ihr Ruf ist.

08.06.2020 07:35 • von Michael Müller
Netflix-Erfolge: "Space Force" (l.o.), "Jeffrey Epstein: Stinkreich" (l.u.) und "Tote Mädchen lügen nicht" (l.u.) (Bild: Netflix)

Die zehnteilige Comedy-Serie "Space Force" von Showrunner und Hauptdarsteller Steve Carell holt sich in der 23. Kalenderwoche der deutschen Netflix-Wochencharts klar den ersten Platz (67 Punkte). Der US-Präsident will eine neue Armee-Einheit, die sich ausschließlich um die Eroberung des Weltraums und damit auch um die Besiedlung des Mondes kümmern soll. Carell als simpel gestrickter Vier-Sterne-General tut ihm den Gefallen und bekommt als wissenschaftlichen Berater den intellektuellen Doktor Adrian Mallory (John Malkovich) zur Seite gestellt. Aus diesem so gegensätzlichen Duo zieht die von Greg Daniels ("Parks and Recreation") geschriebene Comedy ihren größten Charme.

Manchmal hinterlassen Netflix-Formate mit ihrem tollen Cast einen etwas kläglichen Gesamteindruck wie ein teuer zusammengekauftes, aber leidenschaftslos spielendes Fußballteam eines russischen Oligarchen. Aber bei "Space Force" ist dann eben nicht nur der "Paddington"-Regisseur Paul King beteiligt oder macht der Haus- und Hofkomponist der Coens, Carter Burwell, den pompösen Score - die Elemente fügen sich zu einer ziemlich vergnüglichen Sitcom zusammen, die zwar von der US-Presse sehr durchwachsen aufgenommen wurde, aber in ihren besten Momenten zumindest kurzfristig an Steve Carells Sensibilität in der unterschätzten Dramedy "Dan - Mitten im Leben" erinnert. Auch hat man den begnadeten Malkovich schon lange nicht mehr mit so viel Lust in einer amerikanischen Mainstream-Produktion spielen gesehen. "Space Force" kann ohne Probleme zur Welle der Nicecore-Filme wie "Paddington" gezählt werden, in denen menschlicher Nettigkeit transformative Kräfte zugesprochen wird.

Die dritte Staffel des "Denver-Clan"-Reboot erfreut sich auf Platz zwei der Wochencharts (59 Punkte) weiterhin großer Beliebtheit. Der dritte Platz geht an die Dokumentation "Jeffrey Epstein: Stinkreich" (52 Punkte) über den verurteilten Sexualstraftäter und Investmentbanker, der einen Sexring mit Minderjährigen betrieben haben soll. "Space Force", "Der Denver Clan" und "Jeffrey Epstein" waren die mit Abstand am meisten gefragten Netflix-Formate in Deutschland. Am Samstag und am Sonntag zeigte sich auch schon die vierte Staffel der Serie "Tote Mädchen lügen nicht" jeweils auf Platz eins der Tagescharts. Das wird wohl das Format sein, das die kommende Woche bestimmt.

Top Ten (KW23):

01. Space Force (67 Pkt.)

02. Der Denver-Clan (59 Pkt.)

03. Jeffrey Epstein: Stinkreich (52 Pkt.)

04. White Lines (34 Pkt.)

05. Queen of the South NEU (33 Pkt.)

06. Keeping Up with the Kardashians NEU (23 Pkt.)

07. Planet der Affen: Survival NEU (22 Pkt.)

08. Tote Mädchen lügen nicht NEU (20 Pkt.)

09. Snowpiercer (19 Pkt.)

10. The Last Days of American Crime NEU (17 Pkt.)

Netflix veröffentlicht sei Ende Februar 2020 täglich nach Beliebtheit sortierte Top-Ten-Listen. In den deutschen Wochencharts sind diese hier jetzt nach einem Punktesystem aufgeschlüsselt und zusammengezählt worden. Dabei erhält der Erstplatzierte zehn Punkte, der Zweitplatzierte neun Punkte und so weiter. Natürlich können so besonders große Zuschauerabstände zwischen den Platzierungen nicht erfasst werden. Da die Netflix-Nutzer aber vor allem Serien und Filme in Schüben schauen, bildet diese Top Ten gut den Trend ab, welche Unterhaltungsprodukte aktuell am populärsten sind.