Kino

Österreich unterstützt Produzenten mit Ausfallhaftung

Auch in Österreich läuft die Film- und Fernsehbranche nach dem Corona-Lockdown wieder an. Die Dreharbeiten sollen bereits ab nächster Woche wieder aufgenommen werden können. Zur Freude der Produzenten hat Finanzminister Gernot Blümel gestern die Einrichtung eines Haftungsfonds in Höhe von 25 Millionen Euro verkündet, der als nichtrückzahlbarer Ausfallzuschuss eingesetzt werden kann, falls es bei einer zweiten Corona-Welle wieder zu Drehstopps kommen sollte.

28.05.2020 09:15 • von Barbara Schuster
Gernot Blümel kündigte gestern den Haftungsfonds an (Bild: Parlamentsdirektion/Johannes Zinner)

Auch in Österreich läuft die Film- und Fernsehbranche nach dem Corona-Lockdown wieder an. Die Dreharbeiten sollen bereits ab nächster Woche wieder aufgenommen werden können. Zur Freude der Produzenten hat Finanzminister Gernot Blümel gestern die Einrichtung eines Haftungsfonds in Höhe von 25 Millionen Euro verkündet, der als nichtrückzahlbarer Ausfallzuschuss eingesetzt werden kann, falls es bei einer zweiten Corona-Welle wieder zu Drehstopps kommen sollte. Damit erhalten die Produzenten eine gewisse Planungssicherheit.

Alexander Dumreicher-Ivanceanu Filmproduzent (Amour Fou) und Vorsitzender der Fachvertretung Film & Musik in der WK Wien, sagt gegenüber Blickpunkt:Film: "Der gestern von der österreichischen Bundesregierung beschlossene Ausfallfonds für die Absicherung von Filmdreharbeiten ist ein entscheidender Schritt, um die Folgen der Corona-Krise in der Filmwirtschaft zu bewältigen. Mit diesem Ausfallfonds wird Österreich zum Vorreiter in ganz Europa: nun können und werden ab nächster Woche Filmdreharbeiten wieder stattfinden, und das unter gesicherten Verhältnisse für Produktionsfirmen und Filmschaffende. Wichtig ist, dass der Fonds für Spiel- und Dokumentarfilmprojekte wirksam ist, dass der Fonds schnell und rückwirkend ab 16. März in Kraft tritt und somit auch die Kosten der verschobenen Dreharbeiten, die von Versicherungen nicht getragen werden, abgedeckt werden können. Ebenso entscheidend ist, dass der ORF die wichtigen Corona-Sicherheitsmaßnahmen für zukünftige Dreharbeiten finanzieren wird. Insgesamt eine zentrale Maßnahme für die Filmbranche, die unsere volle Zustimmung findet. In diesem Sinne bedanke ich mich bei allen beteiligten Ministerien - Kultur, Finanzen, Wirtschaft und Gesundheit - und beim Staatssekretariat für Kunst, die diese Lösung ermöglicht haben. Ebenso gilt mein Dank den Verbänden der Filmschaffenden, denn das gemeinsame Vorgehen der Interessensverbände der Filmproduzent*innen und der Filmschaffenden und Kreativen sowohl beim Sicherheitskonzept für Filmdrehs als auch bei der Ausfallshaftung war ein entscheidender Faktor dafür, dass Dreharbeiten in Österreich ab sofort wieder möglich sind."

Wie der "Standard" ausführt, kann das Zuschussvolumen pro Filmprojekt bis zu 75 Prozent der Produktionskosten betragen. Die Abwicklung erfolgt über den Austria Wirtschaftsservice AWS.

Hinsichtlich der Hygiene- und Sicherheitsvorkehrungen beim Dreh haben die Produzentenverbände, der Verband Filmregie, WKO/F&MA, Younion und der Dachverband der Österreichischen Filmschaffenden gemeinsam mit dem Gesundheitsexperten das sogenannte Drei-Zonen-Modell ausgearbeitet, das vom Gesundheitsministerium auch als einheitlicher Standard abgesegnet wurde.

ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz, der ebenfalls bei der gestrigen Pressekonferenz zugegen war, äußerte sich ebenfalls erleichtert. Wie er vom "Standard" zitiert wird, freue er sich, weil nun endlich die Dreharbeiten von circa 20 ORF-Auftragsproduktionen, 20 Filmproduktionen sowie von 50 Serienfolgen wieder aufgenommen werden könnten. Neben dem staatlichen Haftungsfonds, der die österreichischen Produzenten im Falle eines erneuten Lockdowns absichern soll, springt auch der ORF in die Presche: Der Sender erklärte sich laut "Standard" bereit, Mehrkosten aufgrund von Corona-bedingten Sicherheitsmaßnahmen bei der Herstellung von Filmproduktionen zu tragen. Dies gelte nach Abzug staatlicher und sonstiger Förderungsmaßnahmen. Bei mehreren Finanzierungspartnern erfolge die Kostenübernahme anteilig.