Kino

BKM erleichtert Investitionszuschüsse für Kinos

Die BKM hat wesentliche Anpassungen des Zukunftsprogramms Kino vorgestellt - darunter eine Verdoppelung des Bundesanteils am Zuschuss. Während es am Empfängerkreis keine Änderungen gibt, stehe man für weitere Hilfen, die auch den dort nicht Begünstigten zugute kommen sollen, in Gesprächen mit dem Finanzministerium. Gleichzeitig warb Grütters für einheitliche Wiedereröffnungen.

17.05.2020 12:43 • von Marc Mensch
Kulturstaatsministerin Monika Grütters (Bild: Elke A. Jung-Wolff)

Wie bereits angekündigt, erleichtert die BKM vor dem Hintergrund der aktuellen Krisenlage die Förderkriterien des Zukunftsprogramms Kino, das am 9. März 2020 gestartet ist und für das seitens des Bundes für 2020 bis zu 17 Mio. Euro zur Verfügung stehen.

Vorgesehen sind demnach folgende Änderungen der Fördergrundsätze:

Die maximale Höhe des Bundesanteils an der Zuwendung soll von 40 Prozent auf 80 Prozent der förderfähigen Kosten angehoben werden. Die übrigen 20 Prozent zur Schließung der Finanzierung sollen durch komplementäre Förderungen oder den Eigenanteil der Kinos gedeckt werden können. Auf eine zwingende Kofinanzierung durch investive Förderprogramme der Länder soll verzichtet werden.

Die Antragstellung beim Zukunftsprogramm Kino und weitere Informationen zu den erleichterten Bedingungen sind demnächst auf der Internetseite der Filmförderungsanstalt (FFA) unter www.ffa.de abrufbar. Die geänderten Fördervoraussetzungen sind befristet bis zum 31.12.2020.

Der Empfängerkreis wird demnach nicht erweitert, dazu erklärt Kulturstaatsministerin Monika Grütters allerdings: "Zu weiteren Hilfen, die insbesondere auch den Kinos zugutekommen sollen, die derzeit noch nicht vom Zukunftsprogramm profitieren, bin ich mit dem Bundesfinanzministerium im engen Austausch und zuversichtlich, dass wird bald auch hier gemeinsam eine gute Lösung finden werden."

Die BKM weiter: "Die Anpassung unserer investiven Kinoförderung ist in dieser schwierigen Zeit, die gerade die Kinos besonders hart trifft, dringend geboten. Die Kinos werden auf absehbare Zeit nicht zu einem Normalbetrieb zurückkehren können und von den Schließungen länger betroffen sein als andere Bereiche. Unter den erleichterten Voraussetzungen können die Kinos den derzeit erzwungenen Stillstand nicht nur für dringend notwendige Modernisierungen nutzen, sondern vor allem auch, um sich auf die Wiedereröffnung vorzubereiten. Denn das Zukunftsprogramm Kino ermöglicht insbesondere auch bauliche Maßnahmen zur Sicherstellung des Gesundheitsschutzes."

Wie es in der Pressemitteilung der BKM zudem heißt, bedürfe es neben finanzieller Hilfen für Investitionen und Betrieb auch rasch eines bundesweit einheitlichen Konzepts für die Wiedereröffnung der Kinos. Von den Kinoverbänden müsse dringend ein Termin genannt werden, zu dem bundesweit alle Kinos wieder geöffnet haben. (Was angesichts der Tatsache, dass einige Länder noch gar keinen möglichen Termin genannt haben, nicht ganz einfach ist, Anm.d.Red.) Die Kinos bräuchten eine verlässliche zeitliche Perspektive und auch einen angemessenen zeitlichen Vorlauf, heißt es seitens der BKM. So müssten sie "die baulichen und organisatorischen Vorkehrungen treffen, um einen für die Kinobesucher und die Beschäftigten sicheren Kinobetrieb zu ermöglichen". Hierzu verweist die BKM auf das detaillierte Konzept der Verbände, dass schon länger vorliege und "gute Voraussetzungen" für die Kinos schaffe, um wieder öffnen zu können.

Zur Notwendigkeit bundesweit einheitlicher Starts führt die Kulturstaatsministerin aus: "Zudem starten die Verleiher neue Filme in der Regel zu bundeweit einheitlichen Terminen. Nur ein zeitlich abgestimmtes Öffnungsszenario ermöglicht es, dass wirklich alle Kinos gleichermaßen von den Filmen profitieren können, auf die wir alle so sehr warten. Dies zu ermöglichen, ist nun Aufgabe der politisch Verantwortlichen. Hierbei brauchen sie aber auch Unterstützung durch die Verbände, in dem diese sich auf einen gemeinsamen Start-Termin verständigen. Unterschiedliche Zeitpläne sind da nicht hilfreich", so Grütters. Womit sie sich darauf bezieht, dass der HDF Kino für den 4. Juni eintritt, während die AG Kino-Gilde einen Termin einen ganzen Monat später empfiehlt (2. Juli).