Kino

"Die Anlaufphase bedeutet noch eine lange Durststrecke"

Vor dem Hintergrund erster Termine für mögliche Kino-Wiedereröffnungen verweist die SPIO auf weiterhin bestehende Unsicherheiten und Schwierigkeiten - und betont nicht nur die Notwendigkeit einer abgestimmten Politik, sondern auch von Rettungsmaßnahmen, die die Branche tatsächlich erreichen.

12.05.2020 13:17 • von Marc Mensch
SPIO-Präsident Thomas Negele (Bild: SPIO)

Zum ersten Mal in ihrer Geschichte veröffentlicht die SPIO in diesem Monat keinen Startplan für die kommenden Filmstarts. Was letztlich keine Überraschung ist, denn die beispiellose Welle an Verschiebungen oder in Einzelfällen sogar Absagen von Startterminen, die durch die Kinoschließungen infolge der Corona-Pandemie ausgelöst wurde, macht verlässliche Angaben zu den Filmstarts der nächsten Zukunft nur noch in wenigen Fällen möglich - auch wenn aktuell erste Filme in den späteren Juni gesetzt oder für diesen Zeitraum bestätigt werden.

Dazu SPIO-Präsident Thomas Negele: "Die große Unsicherheit bei den Filmstarts zeigt: Die Bundes- und Landesregierungen müssen bei den Rettungsmaßnahmen die gesamte Filmbranche im Blick haben." Denn so erfreulich es sei, dass Kinos in absehbarer Zeit wieder öffnen und damit die Umsatz- und Marketinglokomotive der Filmwirtschaft langsam wieder Fahrt aufnehmen könne, verweist Negele auf ein Grundproblem: "Die Anlaufphase bedeutet für die Filmwirtschaft noch eine lange Durststrecke. Dazu kommt der Regelungswirrwarr zwischen den Bundesländern. Der sorgt für Unsicherheiten weit über die Planung der Filmstarts hinaus."

Die Betroffenheitsstudie des Bundeswirtschaftsministeriums weise die Filmwirtschaft als eine der am stärksten betroffenen Kreativbranchen aus - dennoch komme dort von den umfangreichen Rettungsmaßnahmen kaum etwas an. "Die SPIO und ihre Mitgliedsverbände haben sehr früh die Folgen eines dreimonatigen Stillstands beziffert. Damit die Branche wieder durchstarten kann, müssen die weiterhin ungedeckten Corona-Folgen in Höhe von 563,5 Mio. Euro durch Ausgleichszahlungen und Investitionsprogramme aufgefangen werden und die Bundesländer zu einer abgestimmten Politik zurückkehren", so der SPIO-Präsident.