TV

Runder Tisch Fernsehen: Drehleitfaden und Ausfallfonds

Auf Einladung der deutschen TV-Sender trafen sich heute hochrangige Vertreter aus Fernsehen, Produktions- und Kreativwirtschaft, um die Rahmenbedingungen für den Neustart von TV-Produktionen abzustecken.

11.05.2020 17:13 • von Frank Heine
Das große Ziel: Die Klappe soll wieder fallen (Bild: Imago images / Panthermedia)

Die Sendergruppen ARD, ZDF, ProSiebenSat, der Sender RTLzwei und die Mediengruppe RTL Deutschland als Initiator haben heute zu einem als "Runder Tisch Fernsehen" bezeichneten digtialen Branchen-Dialog eingeladen. Vertreter der Produktions- und Kreativwirtschaft diskutierten mit den Senderverantwortlichen, den Filmförderern sowie der Staatsministerin für Kultur und Medien, Monika Grütters über gemeinsame Herausforderungen in der Corona-Krise und insbesondere über die Rahmenbedingungen für den Neustart von TV-Produktionen nach dem umfassenden Drehstopp. In Anbetracht von bis dato über 400 Drehabbrüchen und -verschiebungen, die den Erhebungen der Spitzenorganisation der Filmwirtschaft (SPIO) zufolge einem Investitionsvolumens von ca. einer halben Milliarde Euro entsprechen, ist von einem "dringend notwendigen flächendeckenden Neustart der Produktion" die Rede.

Entlang von Erfahrungsberichten zu bestehenden Hilfsangeboten sowie aktueller Initiativen wie dem Leitfadenentwurf der Allianz deutscher Produzenten (PA, COVID-19-Leitfaden für Film-, TV- und Werbefilmproduktionen) wurden die nächsten Schritte und die Notwendigkeit weiterer Maßnahmen zur Wiederaufnahme eines rechtlich, produktionstechnisch und vor allem gesundheitlich sicheren Produktionsbetriebes vereinbart.

"Der heutige Austausch hat gezeigt, dass wir in den letzten Wochen partnerschaftlich gute Modelle zum Umgang mit der Corona-Krise gefunden haben", heißt es in der gemeinsamen Erklärung der Parteien des Runden Tisches. Für die weiteren Schritte zur Wiederaufnahme des Produktionsbetriebs genießen zwei Maßnahmen absolute Priorität. Zunächst gelte es, "schnellstmöglich den Leitfadenentwurf der Allianz deutscher Produzenten zum Arbeitsschutz als Grundlage einer schnellstmöglichen Wiederaufnahme von Drehs zu operationalisieren". Darüber hinaus müsse als "eine wesentliche Voraussetzung" ein Ausfallfonds aufgesetzt werden, um die wirtschaftlichen Schäden für erneute Produktions-Stopps oder Ausfälle aufzufangen. Darüber herrschte allgemeine Einigkeit. Einen entsprechenden Vorschlag haben die Branchenvertreter der Kulturstaatsministerin unterbreitet. Über die konkrete Ausgestaltung soll kurzfristig das Gespräch mit den zuständigen Ministerien gesucht werden.

"Wir werden diesen Weg auch weiterhin gemeinsam gehen", kündigten die Teilnehmer des Runden Tisches an.