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ProSiebenSat.1 mit leichtem Plus beim Quartalsumsatz

ProSiebenSat.1 hat die am 23. April veröffentlichten vorläufigen Zahlen für das erste Quartal 2020 heute bestätigt.

07.05.2020 10:28 • von Jochen Müller
Rainer Beaujean, Vorstandssprecher & Finanzvorstand der ProSiebenSat.1 Media SE (Bild: ProSiebenSat.1 Media SE)

Bei der Bekanntgabe der Zahlen für das erste Quartal 2020 hat ProSiebenSat1 die am 23. April bekannt gegebenen vorläufigen Zahlen bestätigt. Demnach habe man bis Mitte März eine "gute Gruppen-Performance" erzielt gehabt; anschließend seien erste Auswirkungen der Corona-Krise spürbar gewesen. In Zahlen ausgedrückt: der Konzernumsatz stieg im Vergleich zum Vorjahresquartal um ein Prozent auf 926 Mio. Euro an und wurde zu 52 Prozent (Q1/2019: 48 Prozent) außerhalb des TV-Werbegeschäfts erzielt; der Umsatzanteil des Digitalgeschäfts stieg im Jahresvergleich von 30 auf 35 Prozent. Das adjusted Ebitda sank um 17,4 Prozent auf 157 Mio. Euro, das adjusted net income ging um 38,3 Prozent auf 58 Mio. Euro zurück.

Rainer Beaujean, Vorstandssprecher & Finanzvorstand der ProSiebenSat.1 Media SE: "Bis zum Beginn der Corona-bedingten Einschränkungen in Deutschland waren wir im ersten Quartal gut unterwegs. Seither sehen wir Auswirkungen der Pandemie in vielen unserer Geschäftsbereiche. Wir adressieren deshalb konsequent alle nicht-geschäftskritischen Kosten und stellen ProSiebenSat.1 auch dank einer stabilen Liquidität sicher für die Zukunft auf."

Erste COVID-19-bedingte Stornierungen von Werbebuchungen im März ließen die Werbeerlöse von ProSiebenSat.1 nach Angaben des Konzerns im Jahresvergleich zum vier Prozent zurückgehen. Demgegenüber sei im März sowohl linear als auch digital eine ansteigende Sehdauer zu verzeichnen gewesen. So sei die Zahl der gesehenen Minuten auf allen linearen Kanälen und digitalen Entertainment-Plattformen im März im Vergleich zum Vormonat um 16 Prozent angestiegen; die Streamingplattform Joyn verzeichnete im März ein Wachstum von zwölf Prozent im Vergleich zum Februar 2020 auf rund vier Mio. Unique User.

Im Segment Red Arrow Studios konnten die Auftragsverschiebungen und -stopps im US-Geschäft durch ein starkes Wachstum beim Digitalstudio Studio71 annähernd ausgeglichen werden, sodass der Quartalsumsatz mit 134 Mio. Euro auf dem Vorjahresniveau von 135 Mio. Euro lag.

Ein Umsatzplus von 15 Prozent auf 228 Mio. Euro verzeichnete hingegen die NuCom Group, in der ProSiebenSat.1 Onlineaktivitäten wie den Partnervermittler Parship, den Beautyshop Flaconi und Aroundhome, einen Online-Vermittler für Produkte und Dienstleistungen rund ums Haus, den Autovermieter Billiger Mietwagen und die Eventplattform Jochen Schweizer mydays gebündelt hat. Die letzteren beiden hätten allerdings die Reise- und Ausgangsbeschränkungen stark zu spüren bekommen.

Einen Ausblick für das weitere Geschäftsjahr kann ProSiebenSat.1 derzeit aufgrund der nicht einschätzbaren Auswirkungen der Corona-Pandemie nach eigenen Angaben nicht geben und hat den im Anfang März veröffentlichten Ausblick für das Gesamtjahr 2020 zurückgenommen. Zu erwarten seien in jedem Fall starke Beeinträchtigungen des Geschäfts. Für April seien diese bereits zu beziffern: so gingen die Werbeeinnahmen gegenüber dem Vorjahresmonat um rund 40 Prozent zurück und auch das Geschäft der Red Arrow Studios wird weiterhin von Produktionsverschiebungen beeinträchtigt. "Gemischt" bezeichnet ProSiebenSat.1 das Bild bei der NuCom Group, wo einige Portfoliounternehmen stärker von den Einschränkungen des öffentlichen Lebens betroffen seien als andere.

Aufgrund dieser unkalkulierbaren Lage habe das Management nun Business-Continuity-Pläne aufgestellt, bei denen man sich verstärkt darauf konzentriere, Kosten, Cashflow und Profitabilität aktiv zu steuern. Wie bereits berichtet, sind darin auch reduzierte Programmausgaben im Vergleich zum Vorjahr von rund 50 Mio. Euro vorgesehen.