Kino

Filmpalast Eisenhüttenstadt gibt auf

Der Filmpalast Eisenhüttenstadt wird das Ende der Coronavirus-Krise nicht mehr erleben. Wie die Betreibergesellschaft Kieft & Kieft Filmtheater mitteilt, wird das Kino nicht mehr wiedereröffnet. Es ist das erste Aus eines mittelgroßen deutschen Kinocenters, das mit der Pandemie begründet wird.

27.04.2020 12:25 • von Marc Mensch
Marlis Kieft ist Geschäftsführerin der Kieft & Kieft Filmtheater Sachsen GmbH (Bild: BF)

Noch findet sie sich auf der Website des Filmpalasts Eisenhüttenstadt: Die optimistische Botschaft, mit der man in die Coronavirus-bedingte Zwangsschließung gegangen war. "Wir laufen Euch nicht weg, sondern krempeln die Ärmel hoch, räumen auf, planen zukünftige Events, streichen vielleicht hier und da und freuen uns jetzt schon riesig auf ein Wiedersehen mit Euch bei uns im Filmpalast." hieß es darin unter anderem. Nun müssen sich diese Zeilen ihren Platz mit einer Pressemitteilung teilen, die das Ende des Hauses besiegelt.

Wörtlich heißt es darin: "Liebe Gäste, liebe Kinofreunde, liebe Geschäftspartner, mit einer Portion Wehmut müssen wir Ihnen heute bekannt geben, dass der Filmpalast am Standort Eisenhüttenstadt seinen Betrieb nicht wieder aufnehmen wird. Aufgrund der aktuellen Schließungsanordnung, einer zu erwartenden schwierigen Wiederanlaufphase und nicht zuletzt aber auch wegen einer fehlenden Einigung mit dem Vermieter ist diese Entscheidung für uns alternativlos. Wir bedanken uns für Ihre jahrelange Treue und wünschen Ihnen alles Gute - vor allem gute Gesundheit. Über ein Wiedersehen in einem unserer anderen Filmpalast Standorte würden wir uns sehr freuen. Ihre Filmpalast Gutscheine bleiben selbstverständlich gültig und können an jedem unserer verbleibenden Kinostandorte eingelöst werden. Zusätzlich räumen wir Ihnen bis zum 15.06.2020 die Möglichkeit ein, Ihre Filmpalast-Gutscheine aus Eisenhüttenstadt zu erstatten."

Das Aus für den Filmpalast Eisenhüttenstadt ist die erste Aufgabe eines mittelgroßen deutschen Kinocenters, die seitens der Betreiber, der Kieft & Kieft Filmtheater GmbH, (auch) mit den Folgen der Pandemie begründet wird. Und eine große Welle könnte folgen, wenn der Staat der Branche weiterhin nur mit den sprichwörtlichen Tropfen auf den heißen Stein zur Seite steht.

Denn bei einer internen Mitgliederumfrage des HDF Kino vom 15. April gaben erste Betriebe an, dass sie ohne weitere Hilfen innerhalb von vier Wochen Insolvenz anmelden müssten. 58 Prozent der Kinos, die sich auf die Umfrage zurückmeldeten, schätzten, dass sie nur noch zwei bis drei Monate durchhalten könnten.

In diesem Zusammenhang sei erneut auf den Maßnahmenkatalog verwiesen, den HDF und AG Kino-Gilde für eine verantwortungsvolle Wiederaufnahme des Spielbetriebs innerhalb dieser Zeit formuliert haben.