Kino

Acht Lolas für "Systemsprenger"

Zum 70. Mal wurde heute der Deutsche Filmpreis verliehen. Die meisten Lolas gingen an die deutsche Oscar-Einreichung "Systemsprenger".

25.04.2020 01:03 • von Jochen Müller
Großer Gewinner beim Deutschen Filmpreis: "Systemsprenger" (Bild: Port-au-Prince)

Es war eine besondere Verleihung, die 70. Verleihung des Deutschen Filmpreises. Aufgrund der Corona-Krise war die Gala im Palais am Funkturm abgesagt worden. Moderator Edin Hasanovic moderierte in einem Studio in Berlin-Adlershof. Die Laudatoren waren teilweise per Video zugeschaltet, kamen aber auch ins Studio, um die Preisträger zu küren. Diese wiederum waren aus ihren Wohnzimmern ins Studio zugeschaltet; die ARD übertrug live.

Der Deutsche Filmpreis in Gold ging an Systemsprenger"; die deutsche Oscareinreichung wurde insgesamt acht Mal ausgezeichnet. Die Lola in Silber erhielt "Berlin Alexanderplatz", der elfmal - und damit am häufigsten - nominiert gewesen war und schlussendlich fünf Auszeichnungen erhielt. Mit dem Deutschen Filmpreis in Bronze wurde Es gilt das gesprochene Wort" ausgezeichnet.

Gleich zwei Preise konnte "Systemsprenger"-Regisseurin Nora Fingscheidt "entgegennehmen", die aus Vancouver, wo sie gerade mit Sandra Bullock dreht, zugeschaltet war: den für die beste Regie und den für das beste Drehbuch. Und auch Schauspieler Albrecht Schuch wurde zweimal ausgezeichnet: für seine Hauptrolle in "Systemspenger" und als bester Nebendarsteller in "Berlin Alexanderplatz"

An "Systemsprenger" gingen auch die beiden Darstellerinnenpreise für Hauptdarstellerin Helena Zengel und an Gabriela Maria Schmeide für die beste weibliche Nebenrolle.

Die Lola für den besten Kinder- und Jugendfilm ging an "Als Hitler das rosa Kaninchen stahl", als bester Dokumentarfilm wurde Born in Evin" ausgezeichnet.

Zum ersten Mal wurde in diesem Jahr eine Lola für im Bereich Visuelle Effekte/Animation vergeben. Sie ging an Jan Stoltz und Claudius Urban für Die Känguru-Chroniken". Für das beste Maskenbild wurden Astrid Weber und Hanna Fischleder für Lindenberg! Mach Dein Ding" mit dem Deutschen Filmpreis ausgezeichnet, Sabine Böbbis erhielt für das Lindenberg-Biopic die Lola für das beste Kostümbild. Die Lola für den besten Schnitt ging an Julia Kovalenko und Stephan Bechinger für "Systemsprenger", für das beste Szenenbild wurde Silke Buhr für "Berlin Alexanderplatz", dessen Kameramann Yoshi Heimrath ebenfalls eine Lola erhielt, ausgezeichnet. Corinna Zink, Jonathan Schorr, Dominik Leubeu, Oscar Stiebitz und Gregor Bonse erhielten für "Systemsprenger" die Lola für die beste Tongestaltung, für die beste Filmmusik wurde Dascha Dauenhauer ("Berlin Alexanderplatz") ausgezeichnet.

Bereits zuvor festgestanden hatte Edgar Reitz als Gewinner des Ehrenpreises sowie Das perfekte Geheimnis", der als besucherstärkster deutscher Film des Jahres ausgezeichnet wurde.