Kino

"Es geht um den Erhalt unserer Produktions- und Kinostruktur!"

Die Verleihung des Deutschen Filmpreises nutzte FFA-Präsident Bernd Neumann nicht nur, um den Gewinnern zu gratulieren. Der Staatsminister a.D. appellierte vor allem an die Verantwortlichen in Bund und Ländern, die bislang unzureichenden Unterstützungsmaßnahmen für die Kreativwirtschaft deutlich auszubauen.

25.04.2020 01:04 • von Marc Mensch
FFA-Präsident Bernd Neumann (Bild: Mike Auerbach)

Auch wenn die Begleitumstände kaum weniger zum Feiern hätten animieren können: Wenigstens für einige Branchenangehörige gab es in der vergangenen Nacht Grund zur Freude. Anlässlich der Verleihung des Deutschen Filmpreises 2020 erklärte FFA-Präsident Bernd Neumann: "Herzliche Glückwünsche an die Teams der Filme, die heute die Goldenen Lolas für den besten Spielfilm, den besten Kinderfilm und den besten Dokumentarfilm gewonnen haben. Ich möchte ihnen und den anderen Gewinnerinnen und Gewinnern heute Abend sehr herzlich zu der Ehre gratulieren, aber auch zu den nicht ganz unbedeutenden Preisgeldern, die dazu beitragen, dass sie auch in dieser schwierigen Situation weitermachen können. Gratulieren möchte ich auch den Macherinnen und Machern von 'Das perfekte Geheimnis' - schön, dass die Akademie ausdrücklich auch jene Filme ehrt, die vom Publikum besonders geliebt werden."

Seinen Dank sprach Neumann auch der Deutschen Filmakademie aus, die die Veranstaltung unter den gegebenen Umständen "prima bewältigt" habe. Und auch an die ARD, die den Filmpreis - "wenn auch zu recht später Stunde" - erstmals live übertragen habe."

Womit Neumann zum eigentlichen - und wichtigen - Kern seiner Botschaft kommt: Denn wenngleich man gesehen habe, dass der deutsche Kinofilm lebe, stehe er vor den größten Bedrohungen seit Bestehen der Bundesrepublik. Die Kinos seien über Monate geschlossen, die Produktion zum Erliegen gekommen, kurz: "Die Geschäftsgrundlage so gut wie aller Marktteilnehmer ist zusammengebrochen", so Neumann.

Und der Staatsminister a.D. sieht diesbezüglich die Verantwortlichen auf Bundes- und Länderebene in der Pflicht: "Um diesen für unsere Kultur und auch für unsere Kreativwirtschaft so wichtigen Bereich am Leben zu erhalten, sind weitere Unterstützungsmaßnahmen von Bund und Ländern unverzichtbar. Die bisherigen sind unzureichend. Geeignet wären Maßnahmen, wie sie etwa die Spitzenorganisation der Filmwirtschaft mit ihrem 560-Millionen-Stabilisierungsfonds vorgeschlagen hat. Deshalb appelliere ich an die Verantwortlichen in Bund und Ländern, hören Sie auf die Stimmen der Filmwirtschaft: Es geht um den Erhalt unserer Produktions- und Kinostruktur!"