Kino

Corona-Krise trifft Kino-Werbemarkt am stärksten

Der Datenanalyst Nielsen hat heute die Zahlen für den Bruttowerbemarkt in Deutschland im ersten Quartal 2020 veröffentlicht.

20.04.2020 12:18 • von Jochen Müller
Die Bruttowerbeumsätze in den deutschen Kinos gingen im März fast um ein Viertel zurück (Bild: Heindl Kinowerbung)

Die deutschen Kinos haben infolge der Corona-Krise die größten Verluste im deutschen Bruttowerbemarkt im ersten Quartal 2020 aller Werbearten hinnehmen müssen. Das geht aus den heute vom Datenanalysten Nielsen veröffentlichten Zahlen hervor.

Demnach gingen die Bruttowerbeumsätze in den deutschen Kinos im ersten Quartal 2020 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 0,03 Mrd. Euro oder 8,7 Prozent zurück. Im von den Kinoschließungen ab Mitte des Monats betroffenen März gingen die Bruttowerbeerlöse im Jahresvergleich um 24,1 Prozent zurück.

Insgesamt verzeichnete der deutsche Werbemarkt den Nielsen-Zahlen zufolge im ersten Quartal ein Minus von 0,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum; im März lag das Minus bei 5,9 Prozent.

"Der Gesamtbruttowerbemarkt der von Nielsen im Rahmen des bereinigten Werbetrends beobachteten Medien beläuft sich für das erste Quartal 2020 auf insgesamt 8,1 Milliarden EUR Bruttowerbeausgaben. Die März-Daten zeigen teilweise bereits hohe Verluste bei den einzelnen Medien, wobei die Auswirkungen der Corona-Krise erst mit den Monatsdaten April deutlicher werden", erklärt Dirk Reinbothe, Director Marketing Effectiveness bei Nielsen.

Die Bruttowerbeumsätze der TV-Sender lagen hingegen im ersten Quartal 2020 mit 3,7 Mio. Euro um 2,1 Prozent über dem des Vorjahresquartals. Im März lagen die Umsätze mit 1,1 Prozent allerdings ebenfalls unter dem des Vorjahresmonats. Während die öffentlich-rechtlichen Sender im März bei den Bruttowerbeumsätzen noch ein Plus von 0,8 Prozent verzeichnen konnten, traf es die Corona-Krise vor allem Sky mit einem Minus von 43,3 Prozent besonders hart. Hier macht sich vor allem das Fehlen der Fußball-Liveübertragungen bemerkbar.

Die Bruttoumsätze aus der Onlinewerbung stiegen laut Nielsen im ersten Quartal um 7,5 und sogar im März um 5,1 Prozent an.

Die Radiowerbung verlor im ersten Quartal im Jahresvergleich 4,2 Prozent ihrer Bruttowerbeumsätze, im März waren es 21,2 Prozent.