Kino

Corona und die Branche: Silke Buhr, Szenenbildnerin

Wie schlagen Sie sich während der Corona-Krise? Blickpunkt:Film hört sich um und befragt Mitglieder der Kino- und Filmbranche, mit welchen Schwierigkeiten sie konfrontiert werden. Hier berichtet Szenenbildnerin Silke Buhr.

17.04.2020 11:54 • von Barbara Schuster
Silke Buhr ist eine der renommiertesten Szenenbildnerinnen Deutschlands (Bild: Annette Koroll)

Wie schlagen Sie sich während der Corona-Krise? Blickpunkt:Film hört sich um und befragt Mitglieder der Kino- und Fernsehbranche, mit welchen Schwierigkeiten sie konfrontiert werden. Hier berichtet Szenenbildnerin Silke Buhr.

Wie behaupten Sie sich in der Corona-Krise?

Von "behaupten" kann leider keine Rede sein. Unser Projekt "In einem Land, das es nicht mehr gibt" (Regie: Aelrun Goette, Produktion: Ziegler Film) wurde leider, mitten in den Vorbereitungen, unterbrochen. Dagegen konnten wir ja alle gar nichts machen, das war Schicksal. Nun warten wir - eher ungeduldig, auch wenn wir die Maßnahmen zur Corona-Bekämpfung natürlich anerkennen und akzeptieren müssen - darauf, dass wir das Projekt so bald wie möglichst wieder fortsetzen können. Da steckt jetzt schon sehr viel Kreativität und Vorarbeit drin, es wäre schade, das nicht zu Ende führen zu dürfen. Wir sind und waren auf einem sehr guten Weg, das Team harmoniert perfekt. Dieses ist eins von den Projekten, das mehr für uns alle bedeutet, als "einfach nur einen Job" zu haben. Tanja Ziegler, unsere Produzentin, hat uns zusammen mit Aelrun Goette, unserer Regisseurin, als Team sehr gut zusammengeführt und es wurde schon sehr viel investiert, auch Herzblut, natürlich.

Mit welchen Schwierigkeiten haben Sie zu kämpfen?

Zum Glück ist in meiner privaten und beruflichen Umgebung noch niemand gesundheitlich betroffen. In Bezug auf das Art Department haben wir unser Projekt zu einem guten Punkt führen können, um unmittelbar - wenn es soweit ist - sofort wieder starten zu können. Darüber bin ich erst mal froh und sehe deshalb hier keine Schwierigkeiten. Zudem finde ich es extrem positiv von der Regierung, dass sie mit dem Soforthilfeprogramm für Soloselbstständige an die Kulturschaffenden und Freiberufler auch "als wichtigen Wirtschaftsfaktor" in der Situation überhaupt gedacht hat. Das hätte ich - ehrlich gesagt - nicht erwartet. Viele sind sehr erleichtert darüber.

Wann, hoffen Sie, wird das Geschäft normal weitergehen können?

Ich hoffe sehr, dass wir unsere Arbeit noch in diesem Frühjahr / Sommer - bald möglichst - wieder aufnehmen werden. Aber natürlich mit Maß und Ziel, was das Coronavirus angeht. Aber unser Film ist ein Sommer-Film, der - in Bezug auf Ausdruck und Stimmung - nicht einfach in den Herbst oder auf noch später verschoben werden kann.