Kino

Der Fünf-Stufen-Plan für Kinos in der Post-Corona-Zeit

"5-Stage Blueprint to Recovery": So bezeichnet das britische Unternehmen Gower Street Analytics, Spezialist in Sachen Auswertung von Kinomarktdaten und Partner von Comscore, seinen Plan, die globale Kinobranche nach überstandener Corona-Krise wieder zum Laufen zu bringen.

08.04.2020 10:16 • von Barbara Schuster
Derzeit sehen die Kinosäle so aus; doch bald werden sie sich wieder füllen (Bild: AMC)

"5-Stage Blueprint to Recovery": So bezeichnet das britische Unternehmen Gower Street Analytics, Spezialist in Sachen Auswertung von Kinomarktdaten und Partner von Comscore, seinen Plan, die globale Kinobranche nach überstandener Corona-Krise wieder zum Laufen zu bringen.

Stufe eins, der "Open Day", bildet das Fundament: Diese Stufe ist erreicht, wenn der Großteil der Kinos, 80 Prozent, bereit sind, ihre Geschäfte wieder aufzunehmen. Auf dieses Fundament könne weiter aufgebaut werden. Stufe zwei wird als "Base Day" bezeichnet. Der erste Geschäftstag, an dem das Boxoffice mindestens den niedrigsten Tageswert der vergangenen Jahre erreichen wird. Dies signalisiert die Bereitschaft eines Kernpublikums, in die Kinos zurückzukehren - die angebotene Filmauswahl zunächst außer Acht gelassen. Stufe drei ist die "Base Week": Die erste volle Woche, in der das Einspiel an den Kinokassen mindestens auf dem niedrigsten Niveau der vergangenen Jahre liegen wird. Für den US-Kinomarkt bedeutet dies eine Woche mit mindestens 100 Mio. Dollar Boxoffice. Diese Woche unterstreiche den anhaltenden Zuschauerzuspruch über einen minimalen Zeitraum. Darauf folgt Stufe vier, "Material Week", die von den Datenanalysten als wichtiger Meilenstein gewertet wird. In dieser Woche laufen die Geschäfte mittelmäßig, wie es hin und wieder in vergangenen Jahren auch vorgekommen sei (US-Kinomarkt bei ca. 190 Mio. Dollar Boxoffice/Woche). Der Zuschauerkreis weitet sich, die Besucher fassen wieder Vertrauen und müssen nun durch das richtige Filmprodukt angezogen werden. Die letzte Phase, Stufe fünf, wird als "Recovery Week" betitelt: Hier zählt nun wieder ein stabiler Verleihkalender mit den gewohnten Neustarts: Diese Woche würde sich dann wieder im oberen Bereich der wöchentlichen Einnahmen aus jüngster Zeit befinden (US-Kinomarkt: 250 Mio. Dollar).

Ab diesem Zeitpunkt sollte der Kinomarkt wieder normal reagieren, mit den üblichen Aufs und Abs, abhängig von den jeweiligen Filmstarts. Dimitrios Mitsinikos, CEO von Gower Street Analytics, rät der globalen Kinowirtschaft, eine "Global Celebration of the Cinema Experience" auf die Beine zu stellen, ähnlich der französischen Initiative Fête du Cinéma, um wieder Vertrauen beim Kinopublikum aufzubauen, die Kinos dahingehend zu unterstützen, dass sie wieder zu 100 Prozent ins Tagesgeschäft zurückfinden, und den Verleihern Zeit zu geben, Filmstarts entsprechend zu vermarkten und anzukündigen.

"Die Beziehung zwischen Kinos und Verleihern war nie vitaler als jetzt. Beide Seiten müssen bei dieser Initiativarbeit kooperieren. Der Kinomarkt kann sich nur rasch erholen, wenn wir alle zusammenarbeiten und das Fundament für den Reboot nach einer Krise legen, wie wir sie in dieser Form noch nie erlebt haben", sagt Mitsinikos.