Produktion

Produzentenverbände fordern Kontinuität in den Förderentscheidungen

In einer gemeinsamen Pressemitteilung appellieren Produzentenallianz, Produzentenverband und Film- und Medienverband NRW an BKM, FFA und Bundes- und Landesförderungen, die Beibehaltung des Förderkalenders auch in der Corona-Krise unbedingt zu gewährleisten und sicherzustellen. Die Produktionshäuser hätten sonst keine wirtschaftliche Planbarkeit für Projekte, die später im Jahr oder Anfang nächsten Jahres in Dreh gehen sollen.

08.04.2020 07:21 • von Barbara Schuster
Für die Planung von Projekten, die Ende des Jahres oder Anfang 2021 in Dreh gehen sollen, ist die Kontinuität im Förderkalender wichtig (Bild: imago images / agefotostock)

In einer gemeinsamen Pressemitteilung appellieren Produzentenallianz, Produzentenverband und Film- und Medienverband NRW an BKM, FFA und Bundes- und Landesförderungen, die Beibehaltung des Förderkalenders unbedingt zu gewährleisten. Würden angesetzte Termine gestrichen, hätte dies verheerende Auswirkungen für in Planung befindliche Projekte. Die wirtschaftliche Planbarbeit im Produzentenalltag käme in Gefahr. Janine Jackowski, Vorstandsmitglied des Produzentenverbands, führt aus: "Wir möchten die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM), die FFA sowie die Bundes- und Landesförderungen dazu aufrufen, durch die Beibehaltung der Einreich- und Entscheidungstermine der Förderungen für Stabilität und Kontinuität des Filmschaffens zu sorgen. Trotz der Einschränkungen und Schwierigkeiten, von der alle Bereiche der Filmbranche betroffen sind, brauchen Produktionsfirmen und Filmschaffende, Dienstleister, Verleiher und Kinos eine wirtschaftliche Perspektive und eine verlässliche Planbarkeit, vor allem jetzt, in der Krise. Das kreative und wirtschaftliche Potential der deutschen Filmbranche sollte durch gestrichene oder zusammengelegte Fördertermine nicht einer weiteren Verunsicherung ausgesetzt sein."

Auch Raimond Goebel, Geschäftsführender Vorstand des Film- und Medienverbands NRW, unterstreicht die Wichtigkeit, an den gesetzten Förderterminen festzuhalten: "Eine Absage von Förderterminen würde die bereits äußerst schwierige Situation der Filmbranche noch weiter verschärfen. Es droht dann ein Dominoeffekt, der die jetzigen Probleme auch noch weit in das nächste Jahr hineinträgt und alle mittelbar oder unmittelbar an einer Produktion Beteiligten und Filmschaffenden ebenso in Mitleidenschaft zieht. Dazu käme es zu einem enormen Projektstau bei den folgenden Sitzungen. Eine Maßnahme, die hingegen schnell wirkt, ist die Auslobung zusätzlicher Mittel für Buch- und Projektentwicklung, damit können Teile der Kreativwirtschaft produktiv unterstützt werden."

In der Presseerklärung wird ferner auf den von der SPIO Anfang April bezifferten zusätzlichen Finanzbedarf von 563, 5 Mio. Euro hingewiesen, der sich bei einem dreimonatigen Stillstand der Filmwirtschaft ergebe. 226 Mio. Euro allein für die Produktion. Dieser Betrag ergebe sich durch laufende Kosten, Mehrkosten und Einmalzahlungen durch Verschiebungen, Unterbrechung oder Abbruch von Projekten. Uli Aselmann, stellvertretender Vorsitzender des Gesamtvorstands und Vorsitzender des Sektionsvorstands Kino der Produzentenallianz, präzisiert: "Die bisherigen Absicherungsinitiativen der Bundes- und Landesregierungen werden nicht ausreichend bis in die Filmwirtschaft durchschlagen. Von daher sind Etatverschiebungen innerhalb der Förderinstrumente keine wirkliche Unterstützung zur Abfederung von Auswirkungen der Corona-Krise. Es wäre daher im Sinne des gesamten Gleichgewichts der Branche, wenn die Haushaltsmittel der Bundes- und Landesförderungen entsprechend des pandemiebedingen Mehrbedarfs und in Anlehnung an das von Bundesregierung, Bundestag und Bundesrat beschlossene Maßnahmenpaket historischen Ausmaßes, angehoben würden."

Die Film- und Medienstiftung NRW und die Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein, die jüngst Förderrunden abgehalten haben, würden mit gutem Beispiel vorangehen.