Kino

Online- statt Kinopremiere

"Solidarisches Streaming" unter Umsatzbeteiligung der Kinos macht in Deutschland weiter Schule: Jüngster Kandidat ist Der Filmverleih, der die verhinderte Kinopremiere von "Wir drehen keinen Film" online nachholt.

03.04.2020 10:17 • von Marc Mensch
Debütiert auf Kinoflimmern: "Wir drehen keinen Film" (Bild: Kinoflimmern)

In Zeiten, in denen Kinos keine Filme auf ihren Leinwänden zeigen können, werden mitunter auch alternative Auswertungswege gesucht - idealer Weise unter Beteiligung der Kinos. Was bei geförderten Besuchermillionären (man möchte "Die Känguru-Chroniken" so nennen, denn ohne das Coronavirus wäre ihm dieser Status sicher gewesen) natürlich eine breit koordinierte Ausnahme-Maßnahme sein will (wir berichteten), kann für kleine Projekte auch im Kleineren funktionieren. Grandfilm setzte mit der Vimeo-Auswertung mehrer (Katalog-)Titel und der hälftigen Beteiligung von ausgewählten Kinos ein Zeichen der Solidarität, die VoD-Plattform "Kino on Demand" wurde bereits zum Ersatz für die verhinderte Kinopremiere von "Isadoras Kinder" aus dem Line-up des eksystent Filmverleih, hier soll ein höherer Betrag als bei anderen Titeln der Plattform an die Kinos fließen.

Jüngster "Streamer" im Bunde ist der Stuttgarter Der Filmverleih, der "Wir drehen keinen Film" auf das Portal Kinoflimmern holt, nachdem der geplante Kinostart am 19. März ausfallen musste. Auch hier sollen Kinos an den Umsätzen beteiligt werden - und zwar jene, die den Player von Kinoflimmern auf ihrer Website einbinden. Allerdings versteht sich das Modell als Solidarmodell - so würden die Kinos zu gleichen Teilen für jeden Film einzeln abgerechnet, egal, auf welcher Homepage (darunter auch jener des Verleihs und zentral Kinoflimmern selbst) er gesehen werde. Zum Start dieses "Solidarstreamings" ist das Kölner Turistarama dabei, in dem Kinoflimmern-Gründer Tobias Leveringhaus als Programmplaner fungiert.