Kino

UPDATE: Bayern setzt Millionenhilfe für Kinos auf

Bayern stellt als Reaktion auf die Coronavirus-Krise 1,2 Mio. Euro an Sofortprämien für Kinos mit bis zu sieben Sälen bereit. Darüber hinaus werden die Kinoprogrammprämien deutlich aufgestockt und frühzeitig vergeben. Digitalministerin Judith Gerlach mahnte bei der Verkündung der bislang mit Abstand weitreichendsten Kinohilfen auf Länderebene auch weitere Initiativen des Bundes an.

02.04.2020 11:17 • von Marc Mensch
Bayerns Digitalministerin Judith Gerlach kündigte das bislang größte Kino-Hilfsprogramm aller Bundesländer an (Bild: StMD/Jörg Koch)

Auch Bayern lässt seine Filmtheater in dieser katastrophalen Zeit nicht alleine - und die Maßnahmen, die Digitalministerin Judith Gerlach heute ankündigte, sind tatsächlich die bis dato mit Abstand weitreichendsten für die Kinobranche auf Länderebene.

"Corona verändert derzeit alles und trifft auch die Kinos in Bayern mit voller Härte. Wir stellen daher 1,2 Millionen Euro an Sofortprämien für Kinos in Bayern mit bis zu sieben Sälen bereit. Das bedeutet 5000 Euro pro Spielstätte für rund 240 Spielstätten in Bayern. So helfen wir den Kinobetreibern durch diese schwere Zeit. Schon ab kommenden Mittwoch können die ersten Anträge gestellt werden", so Gerlach. Antragsberechtigt sind Kinos mit regelmäßigem Spielbetrieb - mindestens 275 Vorstellungen im Jahr -, die auch die Voraussetzungen der Kinoinvestitionsförderung des FFF Bayern erfüllen. Anträge auf Sofortprämie können ab 8. April 2020 per E-Mail an sofortpraemie@fff- bayern.de gestellt werden. Zudem wird auf der Homepage des FFF Bayern zeitnah ein Online-Antragsformular zur Verfügung gestellt.

Zusätzlich zu den Sofortprämien würden Jahr die klassischen Programmprämien in diesem Jahr deutlich aufgestockt - auf jeweils 10.000 Euro. Geplant seien außerdem Spitzenprämien von bis zu 25.000 Euro. Dafür würde die Gesamtsumme der mit einem Kinoprogrammpreis verbundenen Prämien auf bis zu 860.000 Euro mehr als verdoppelt. Anträge auf bayerische Programmprämien können ab 15. April 2020 gestellt werden. Über die Vergabe wird dann im Juni entschieden, so dass bereits Ende Juni die Prämien ausgezahlt werden können. Wichtig sei, so Gerlach, dass Kinobetreiber schnell und unkompliziert an ihr Geld kämen. Deshalb habe man das Antragsverfahren vereinfacht und eine unbürokratische Abwickung über den FFF Bayern ermöglicht.

"Das Digitalministerium unterstützt die Filmtheater in dieser schweren Zeit und will ein Zeichen setzen. Aber auch der Bund darf die Kinos bei dieser Herausforderung nicht allein lassen. Ich halte es für dringend erforderlich, dass auch Bundeshilfen für die Kinos aufgesetzt werden, wie z.B. eine Erhöhung der Bundesprogrammprämien", ergänzt die Ministerin.

UPDATE 2:

Der HDF Kino hat umgehend reagiert und zeigt sich sehr dankbar für dieses klare Signal seitens Bayerns: "Ich freue mich unglaublich, dass Digitalministerin Judith Gerlach heute eine signifikante Förderung für 240 Spielstätten in Bayern zugesagt hat. Dies ist ein großartiges Signal! Es macht deutlich, dass die Kinos in Bayern eine breitflächige Unterstützung erhalten. Wir hoffen natürlich sehr, dass andere Länder diesem Beispiel folgen und ebenfalls einen breiteren Ansatz für die Förderung finden", so die Vorstandsvorsitzende Christine Berg.

UPDATE:

Ergänzend hat sich der FFF Bayern noch zur geplanten Staffelung der Kinoprogrammprämien geäußert: So sei vorgesehen, dass bis zu 80 Kinos jeweils 10.000 Euro erhalten und drei Spitzenpreise in Höhe von 15.000, 20.000 und 25.000 Euro vergeben werden. Während die Gelder bereits Ende Juni ausbezahlt werden sollen, ist dennoch eine Zeremonie zur Übergabe der Urkunden vorgesehen, die im Herbst stattfinden soll.

Und FFF-Geschäftsführerin Dorothee Erpenstein ergänzt: "Unsere Kinos sind wichtiger Bestandteil unseres kulturellen Lebens, in den Städten und in der Fläche. Deshalb setzen wir alles daran, ihnen in dieser schwierigen Zeit zur Seite zu stehen. Unsere Kinobetreiber haben immer viel Kreativität gezeigt, um ihrem Publikum die große Leinwand und Veranstaltungen auf höchstem Niveau zu bieten. Jetzt brauchen sie unsere Unterstützung. Weil die Kinos geschlossen sind, gehen jetzt täglich viele Hilferufe bei uns ein. Ich danke Staatsministerin Judith Gerlach und dem Digitalministerium für die Ermöglichung des Hilfeprogramms."