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Kurzfilmtage Oberhausen abgesagt - Online-Festival wird geprüft

Nach der Absage der 66. Ausgabe der Kurzfilmtage Oberhausen im Mai prüfen die Veranstalter nun, welche der geplanten Programme online durchgeführt werden können. Hauptaugenmerk liegt hierbei auf den fünf Wettbewerben.

17.03.2020 15:52 • von Jochen Müller
Lars Henrik Gass, Leiter der Internationalen Kurzfilmtage Oberhausen (Bild: Internationale Kurzfilmtage Oberhausen)

Die für 13. bis 18. Mai geplante 66. Ausgabe der Internationalen Kurzfilmtage Oberhausen ist heute abgesagt worden, nachdem das Ministerium für Arbeit, Gesundes und Soziales in Nordrhein-Westfalen mittels Erlass Maßnahmen des Gesundheitsschutzes zur Begrenzung der Ausbreitung des Coronavirus' angeordnet hatte. Demnach sind zunächst bis 20. April alle Großveranstaltungen untersagt worden.

Festivalleiter Lars Henrik Gass: "Wir sind der Auffassung, dass die Vermittlung von Kultur auch in einer gesellschaftlichen Krise aufrechterhalten werden kann und muss, und dass wir gefordert sind, kreative Lösungen dafür zu finden. Wir prüfen gerade, welche unserer geplanten Programme online angeboten und welche auf das kommende Jahr verschoben werden können, aber auch, welche entfallen müssen. Es stellen sich technische, rechtliche und logistische Fragen."

Priorität im Rahmen einer Online-Ausgabe des Festivals sollen die fünf Wettbewerbe haben. "Hier geht es um einen ganzen Jahrgang aktueller Kurzfilme, der sonst verloren ginge. Zudem geht es für die Filmemacher auch um Preisgelder oder, bei deutschen Produktionen, um Referenzpunkte in der Filmförderung", so Gass.

Die Internationalen Kurzfilmtage sehen sich nach eigenem Bekunden aber auch in der Verantwortung für die soziale Absicherung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, was Gass zufolge alleine nicht zu stemmen ist: "Wir werden alle Anstrengungen unternehmen, bislang eingegangene Verpflichtungen soweit wie möglich zu honorieren. Wir appellieren jedoch an die Zuschussgeber und Förderer ebenso wie die Sponsoren, zeitnah zu reagieren und die teilweise existenzbedrohenden Honorarausfälle aufzufangen und Zusagen auch unter veränderten Vorzeichen einzuhalten."

Der Kämmerer der Stadt Oberhausen, Apostolos Tsalastras, habe bereits angekündigt, dass die Kurzfilmtage mit voller Unterstützung der Stadt rechnen könnten und die Stadt für mögliche Verluste bürgen werde.