Kino

"Strukturen der Medienstandorte weiter gestärkt"

Die Mitteldeutsche Medienförderung hat ihre Bilanz für 2019 vorgelegt - und kann dabei auf erhöhte Förderausgaben wie auch auf gestiegene Investitionen in den drei betreuten Bundesländern verweisen.

06.03.2020 11:55 • von Marc Mensch
MDM-Geschäftsführer Claas Danielsen (Bild: MDM)

Dass die großen Medienstandorte mit Filmförderung die stärkste Hebelwirkung auslösen können, liegt auf der Hand. Und doch zeigt gerade auch der Blick auf Mitteldeutschland, in welchem Umfang ausgereichte Fördergelder auch Investitionsanreize darstellen. Denn bei einer Gesamtsumme von 16,3 Mio. Euro, die der Vergabeausschuss der Mitteldeutschen Medienförderung 2019 für die Entwicklung, Produktion und Auswertung von insgesamt 175 Film- und Medienprojekten in der Region zur Verfügung stellen konnte, sind im vergangenen Jahr Ausgaben von mehr als 32 Mio. Euro in die Wirtschaftskreisläufe der drei von der Mitteldeutschen Medienförderung umfassten Länder geflossen - was einen Regionaleffekt von rund 200 Prozent ergibt.

Dazu MDM-Geschäftsführer Claas Danielsen: "Auch im Jahr 2019 löste jeder Euro Fördergeld das Doppelte an Investitionen in die Medienwirtschaft in Thüringen, Sachsen-Anhalt und Sachsen aus. Damit konnte die MDM mit den von den fünf Gesellschaftern zur Verfügung gestellten Mitteln die Strukturen der Medienstandorte in Mitteldeutschland weiter stärken und für kontinuierliche Beschäftigung in diesem Wachstumssektor sorgen."

Die Bilanz der MDM fällt damit noch ein wenig positiver aus als im vorangegangenen Jahr. Denn 2018 hatte die Gesamtfördersumme noch bei gut 15 Mio. Euro gelegen, die dadurch veranlassten Ausgaben beliefen sich auf rund 30 Mio. Euro. Der Regionaleffekt konnte damit stabil gehalten werden.

Während der Löwenanteil der Förderung in Höhe von rund elf Mio. Euro für die Produktion von 53 Kino- und Fernsehfilmen vergeben wurde, gewinnt auch der Bereich der Neuen Medien innerhalb des Förderspektrums der MDM weiter an Bedeutung. 2019 wurden für zehn Projekte insgesamt über 1,2 Millionen Euro bewilligt.

An den (sehr) wenigen Besuchermillionären des vergangenen Jahres war die MDM zwar nicht beteiligt, konnte aber vor allem beim Kinder- und Jugendfilm Akzente setzen, mit der Unterstützung von Projekten wie Immenhof - Das Abenteuer eines Sommers", TKKG", Der kleine Rabe Socke - Suche nach dem verlorenen Schatz" oderLatte Igel und der magische Wasserstein".

Danielsen zeigte sich bei Vorlage der Zahlen auch erfreut darüber, "dass zahlreiche MDM-geförderte Filmproduktionen auf den wichtigsten Filmfestivals der Welt in Berlin, Cannes, Venedig, San Sebastian oder Toronto vertreten waren und zudem mit zahlreichen Auszeichnungen bedacht wurden". Dies belege "die inhaltliche Relevanz und hohe erzählerische und künstlerische Qualität der geförderten Projekte". Exemplarisch hervorgehoben sei Gundermann", der bei der letztjährigen Verleihung des Deutschen Filmpreises mit sechs Lolas (darunter der Goldenen Lola für den besten Film) abräumte.

Mit Blick auf das Jahr 2020 kündigte die MDM die Initiierung von "Maßnahmen zur Qualifizierung und Fortbildung von Fachpersonal" an, die dem in ganz Deutschland herrschenden Fachkräftemangel im Film- und Medienbereich entgegenwirken und die regionale Medienwirtschaft nachhaltig stärken sollen.