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AG DOK feiert Thomas Frickel; neue Doppelspitze vorgestellt

Thomas Frickel ist das Gesicht der AG DOK. Bei einer Feierstunde in Berlin äußerte er sich zu seinem Ausscheiden nach 34 Jahren aus dem Vorstand. Als Nachfolger wählten die Mitglieder eine Doppelspitze.

27.02.2020 20:03 • von Michael Müller
Thomas Frickel spricht über die Geschichte der AG DOK (Bild: Amin Akhtar)
Am Donnerstag hat bei einer Feierstunde der AG DOK in der Landesvertretung Baden-Württemberg in Berlin der Vorsitzende Thomas Frickel zu seinem Ausscheiden aus dem Vorstand gesprochen. In Anwesenheit der Staatsministerin für Kultur und Medien, Monika Grütters, wurde auch der neu gewählte Vorstand bekannt gegeben.

An der Spitze des Vorstandes stehen jetzt David Bernet und Susanne Binninger. Sie brachten Frickel ein auf der Berlinale gedrehtes Video mit dem humoristischen Titel "Mein liebster Feind" mit, in dem sich zahlreiche nationale wie internationale Weggefährten über den langjährigen Vorstandsvorsitzenden äußerten.

Frickel erinnerte sich auf dem Podium zurück an das Jahr 1986, in dem er das erste Mal in den Vorstand der AG DOK gewählt wurde. Damals wäre die Vorstellung unmöglich gewesen, dass er eines Tages in einem Raum stehen würde, in dem die Staatsministerin für Kultur und Medien eine Rede auf ihn halten würde. "Dass wir mal in der CDU einen so verlässlichen Partner finden, hätte ich nicht gedacht."

"2020 sind wir in vielerlei Hinsicht dort angekommen, wo wir 1980 hinwollten. Am Ende meiner Bilanz steht eine weniger versöhnliche Bemerkung: Bei allen öffentlich-rechtlichen Sendern gibt es Verbündete, im Ganzen betrachtet genießt der Dokumentarfilm nicht die Stellung, die ihm gesellschaftlich zustehen würde." Zum Wahl des neuen Vorstand sagte er: "Ich bin entlastet und erleichtert." Er wünschte der neuen Doppelspitze viele weitere Erfolge.

Staatsministerin Grütters sagte zur Feierstunde 40 Jahre AG DOK: "Die AG DOK ist ein Vorbild einer vor Energie und Tatendrang strotzenden 40-Jährigen." Es sei ein Verband, der mit 40 voll in Saft und Kraft stehe. Das habe auch Frickel als Vorsitzender stets verkörpert. "Knapp 35 Jahre waren sie, Herr Frickel, die unüberhörbare Stimme der Dokumentarkunst", sagte Grütters. Mit seinem leidenschaftlichen Engagement habe er den Verband zu einer wirkungsmächtigen Eminenz gemacht.

"Sie lassen nicht locker, wenn es um eine bessere Stellung des Dokumentarfilms geht. Ihr Einsatz für eine lebendige Dokumentarfilmkultur hatte durchaus auch Nervensägen-Qualitäten - und das dürfen Sie als Kompliment verstehen. Als Liebhaberin des Dokumentarfilms haben Sie bei mir immer offene Türen eingerannt." Für ihr Haus sei Frickel ein inspirierender Gesprächspartner gewesen. "Ich hoffe, wir werden auch in Ihrem Ruhestand von Ihnen hören." Grütters appellierte an die Programmverantwortlichen, Dokumentarfilmen noch attraktivere Sendeplätze einzuräumen. "Wir brauchen Dokumentarfilme auch, um Populisten und Zerrbild-Zeichnern etwas entgegenzusetzen. Die Dokumentation ist die Anwältin der Wahrheit", sagte Grütters.

Auch der Präsident der FFA, Bernd Neumann, und die Präsidentin der Akademie der Künste, Jeanine Meerapfel, sprachen sehr zugeneigt über Fricke. ARD-Film-Intendantin Karola Wille schickte eine Videobotschaft. Die AG DOK feierte an diesem Donnerstag ihren 40. Jahrestag.

Zum ausführlichen Interview mit Thomas Frickel zu seinem Abschied.