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ZDF erntet Früchte der Serienoffensive

Seit Jahresbeginn jagt im ZDF ein Serienhighlight das andere und ein Ende der Fahnenstange scheint noch lange nicht in Sicht, wie ein Ausblick von Programmdirektor Himmler offenbart.

12.02.2020 16:46 • von Frank Heine

"2020 wird das Jahr, in dem die Anstrengungen unserer internationalen Partnerschaften der vergangenen Jahre Früchte tragen." Programmdirektor Norbert Himmlerstimmt das ZDF-Publikum auf ein großes Fernsehjahr ein: "Alle Fans serieller High-End-Fiction kommen 2020 nicht am ZDF vorbei. Unsere Fiction-Mehrteiler zeichnen sich durch Mut, Relevanz, Vielfalt und großes Sucht-Potential aus." Mit den ursprünglich für Sky entstandenen Lizenzeinkäufen Das Boot" und Der Pass" sowie der X Filme-Miniserie Die verlorene Tochter" legten die Mainzer bereits im Januar mit eindrucksvoller Marschzahl los, und ein Ende ist nicht in Sicht. Nach der zweiten Staffel von Bad Banks" am ersten Februar-Wochenende, setzt das von Zeitsprung produzierte "Neoriginal" Dunkelstadt", eine episodisch erzählte Detektivserie mit Alina Levshin, den Reigen ab 26. Februar fort. Ebenfalls auf ZDFneo läuft noch im Frühjahr die Miniserie "Deutscher", die im Auftrag der Nachwuchsredaktion vom Kleinen Fernsehspiel entstand. In vier Folgen müssen sich zwei grundsätzlich gegensätzlich denkende Familien auf einen neuen Alltag einstellen, nachdem im fernen Berlin eine rechtspopulistische Partei gewählt wurde und nun die Regierungsgeschäfte übernimmt.

Zu den frühen Highlights im ZDF-Hauptprogramm zählt die dreiteilige Verfilmung von Juli Zehs Gesellschaftsroman Unterleuten", die am 9. März mit einem beeindruckenden Aufgebot an Schauspielstars vom Stapel gelassen wird. Eine weitere Literaturverfilmung, Dörte Hansens Altes Land", wird als Zweiteiler im Herbst 2020 zu sehen sein. Dann startet auch die sechsteilige Medical-Serie "Ballouz", benannt nach der Hauptfigur Amir Ballouz, dem ungewöhnlichen Chefarzt einer kleinen Klinik in der Uckermark. Auch "Breaking Even", eine Produktion von Neuesuper, ist für die zweite Jahreshälfte vorgesehen. In sechs Folgen kämpfen hier zwei ungleiche Frauen für die Wahrheit in einem Skandal um einen milliardenschweren Familienkonzern. Eine Familienserie mit dem Arbeitstitel "Schule fürs Leben" (Ausstrahlung im Frühjahr 2020) dreht sich um eine Lehrerin, die plötzlich mit der Diagnose Brustkrebs umgehen muss.

Innerhalb der European Alliance mit France Télévisions und der italienischen RAI hat das ZDF die Thrillerserie "Mirage - Gefährliche Lügen" realisiert, die ab 22. März auf dem Sonntagssendeplatz um 22.15 Uhr ausgestrahlt wird. Vor der Kulisse Abu Dhabis erzählt sie die Geschichte einer Security-Expertin für Atomkraft-Anlagen, die ins Fadenkreuz der Geheimdienste gerät. Mit der historischen Abenteuerserie "In 80 Tagen um die Welt" nach Jules Vernewird zum Jahresende ein zweites Projekt der öffentlich-rechtlichen Koproduktions-Allianz ausgestrahlt.

Als weitere internationale Koproduktionen haben die Mainzer die Crime -Serie "The Mallorca Files" (mit der BBC, ab Frühjahr 2020), der vierteilige Katastrophenserie Sløborn" (Syrreal Entertainment, Sommer 2020) und die auf dem Roman Deon Meyers basierende dreiteilige Thriller-Serie "Trackers - Rote Spur" (voraussichtlich ab Herbst 2020) in petto. Abgerundet wird das beeindruckende ZDF-Porfolio durch die nach Kriegsende spielende Agententhriller-Miniserie Shadow Play", einer internationalen Koproduktion von H&V Entertainment, die ebenfalls noch im Herbst ins Programm sollen kann. Und über allem thront natürlich die Mega-Serie Der Schwarm". Die Verfilmung von Frank Schätzings gleichnamigem Science-Fiction-Roman schickt sich laut Produzent Eric Welbers an, die bislang teuerste deutsche Serienproduktion zu werden - Drehstart voraussichtlich Herbst 2020.