Kino

Harvey Weinstein schließt Vergleich mit seinen Opfern

Rund zwei Dutzend Frauen, die von Harvey Weinstein sexuell belästigt wurden, erhalten eine insgesamt millionenschwere Schadensersatzzahlung.

12.12.2019 09:23 • von Jochen Müller
Harvey Weinstein (Bild: Kurt Krieger)

Harvey Weinstein hat sich vor Gericht mit rund zwei Dutzend Frauen - Schauspielerinnen und ehemalige Angestellte der Weinstein Company - auf die Zahlung einer Schadensersatzsumme wegen sexueller Belästigung in einer Gesamthöhe von insgesamt 25 Mio. Euro geeinigt. Das berichtet die "New York Times". Der Vergleich gilt demnach auch für mögliche Opfer Weinsteins, die sich der Vereinbarung in den kommenden Monaten noch anschließend wollen. Allerdings wird Weinstein dafür nicht selbst in die Tasche greifen müssen; die Zahlung wird von der Versicherung der Weinstein Company übernommen. Und es wird auch nicht die gesamte Summe an die Opfer fließen; zwölf Mio. Dollar gehen für Rechtsanwaltskosten für Harvey Weinstein, seinen Bruder und Geschäftspartner Bob und andere Führungskräfte der Weinstein Company, denen vorgeworfen wird, die Vorfälle verschleiert zu haben, drauf.

Genau das ist es, woran sich die Rechtsanwälte Douglas Wigdor und Kevin Mintzer - sie vertreten die Schauspielerin Wedil David und die ehemalige Mitarbeiterin der Weinstein Company, Alexandra Canosa, in dieser Sache - stoßen: "Es ist eine Schande, dass zwölf Mio. Dollar aus dem Vergleich an die Anwälte der Manager gehen, die Harvey Weinstein angeblich gedeckt haben und es ist noch skandalöser, dass der vorgelegte Vergleich durch eine entsprechende Mitteilung an die Versicherung sowie die Manager der Weinstein Company auch für Personen gilt, die sich ihm jetzt noch nicht angeschlossen haben. Während wir es jedem Opfer gönnen, das den Vergleich unterschreibt, werden wir energisch gegen jede Vereinbarung vorgehen, die versucht, Opfer zum Stillhalten zu verpflichten, die Weinstein weiter für seine Handlungen verantwortlich machen wollen." Für ihre Mandantinnen wollen die beiden Rechtsanwälte Einspruch gegen den geschlossenen Vergleich einlegen.

Unabhängig von dem jetzt getroffenen Vergleich, dem das Gericht und die beteiligten Parteien noch final zustimmen müssen, ist ein weiteres Verfahren gegen Harvey Weinstein wegen sexueller Belästigung von zwei Frauen anhängig. Es wird im Januar eröffnet.