Kino

"Perfekte Kandidatin" für den Oscar

Aller guten Dinge sind drei? Zwei Filme hat Saudi-Arabien bislang ins Oscar-Rennen geschickt, zwei Mal reichte es nicht für eine Nominierung. Nun wählte man erneut ein Werk von Haifaa Al Mansour: die deutsche Koproduktion "Die perfekte Kandidatin".

04.10.2019 13:41 • von Marc Mensch
Haifaa Al Mansour (Bild: Tobias Kownatzki/RazorFilm)

Filmemacherin Haifaa Al Mansour eine absolute Pionierin zu nennen, ist alles andere als übertrieben - immerhin ging mit ihrem Regiedebüt gleichzeitig der erste saudi-arabische Kinofilm überhaupt auf ihr Konto. "Das Mädchen Wadjda" begeisterte 2013 Publikum und Kritiker, durfte sich hierzulande unter anderem über einen Gilde-Filmpreis sowie hervorragende 280.000 Kinobesucher freuen. Saudi-Arabien schickte den Film damals auch ins Oscar-Rennen, für eine Nominierung reichte es (durchaus überraschender Weise) allerdings nicht. Auch die zweite Oscar-Einreichung, "Barakah Meets Barakah" scheiterte drei Jahre später an der Nominierungshürde. Nun ist erneut Haifaa Al Mansour am Zug.

Mit "Die perfekte Kandidatin" (der wie schon "Das Mädchen Wadjda" von der deutschen Razor Film koproduziert wurde) gelang ihr bereits am Lido die Aufnahme in einen doch eher exklusiven Zirkel: Der Film war im diesjährigen Wettbewerb von Venedig einer von nur zweien, die von Frauen inszeniert wurden.

In "Die perfekte Kandidatin" widmet sich Haifaa Al Mansour erneut einer starken Frauenfigur: Einer Ärztin, die für ein politisches Amt kandidiert, um einen Weg zu finden, die marode Straße zu ihrem Krankenhaus in Ordnung zu bringen. Und der Film könnte wohl mit keiner symbolträchtigeren Szene beginnen, als jener, seine Heldin am Steuer eines Autos zu zeigen. Immerhin dauerte es bis Juni vergangenen Jahres (!), bis die ersten Frauen im Königreich einen Führerschein erhielten...

Die Nominierungen für die 92. Oscar-Verleihung werden am 13. Januar 2020 bekannt gegeben.