Produktion

"KaDeWe": UFA und Constantin holen großen Namen an Bord

Julia von Heinz schreibt und inszeniert das gemeinsame Serienprojekt der beiden traditionsreichen Produktionshäuser.

05.09.2019 13:26 • von Frank Heine
Julia von Heinz (Bild: HFF München / Robert Pupeter)

Das Serienprojekt KaDeWe", das die ARD im Vorfeld der Berlinale erstmals präsentierte (wir berichteten), sorgte allein schon deshalb für viel Gesprächsstoff, weil es sich dabei um die erste gemeinsame Produktion der Marktkonkurrenten Constantin und UFA handelt. Nun kommt auf kreativer Ebene frischer Wind in die sechsteilige Eventserie über das Traditionskaufhaus. Julia von Heinz, die der ARD mit Katharina Luther" bereits einen enormen Erfolg bescherte, soll nicht nur die Regie übernehmen, sie schreibt auch die Drehbücher. In einem früheren Projektstadium hieß es noch, Rodica Doehnert (Das Adlon") übernehme die Drehbucharbeit.

Das Historienevent soll im kommenden Jahr für die Degeto und den RBB realisiert werden. Benjamin Benedict und Oliver Berben äußern sich in einem gemeinsamen Statement wie folgt: "Die großen Kaufhäuser waren seit jeher Orte der Utopie, der Weltoffenheit und zugleich Orte der Begegnung durch alle Schichten hindurch. Daraus ergeben sich vielfältige erzählerische Möglichkeiten. Julia von Heinz hat einen besonderen, zeitgemäßen Ansatz gefunden, der die Historie auf eine ganz neue Weise in Bezug zu unser aller Gegenwart setzt. Das hat uns überzeugt und begeistert und wir freuen uns sehr darauf, bei diesem Projekt mit dieser Regisseurin und in einer so einmaligen Konstellation zusammenzuarbeiten."

Julia von Heinz beschreibt ihre Motivation und erläutert ihren Ansatz: "Fast ein Jahrhundert ist es her, dass die erste deutsche Demokratie von rechts ausgehöhlt und schließlich zerstört wurde. Lion Feuchtwanger - die für mich bedeutsamste literarische Stimme dieser Zeit - warnt in seinem Roman 'Erfolg' davor, 'Sanatoriums- und Winterkurortpoesie' zu schreiben, während der Planet zerrissen werde. Dasselbe gilt für mich, wenn ich heute die Geschichte von vier jungen Leuten rund um das KaDeWe zur Zeit der Weimarer Republik erzähle. Eine Zeit - ähnlich fragil und chaotisch wie die unsere - und dabei voller Freiheiten, Verheißungen und Möglichkeiten. 'KaDeWe' wird eine große Freundschafts- und Familiensaga, eine lesbische Liebesgeschichte gegen alle Widerstände und ein Statement zu unserer Gegenwart."

"KaDeWe" entsteht als Koproduktion von UFA Fiction und Constantin Television/Moovie für Degeto und RBB. Produzenten sind Benjamin Benedict (UFA) und Sarah Kirkegaard (Moovie), Oliver Berben fungiert für Constantin Television als Executive Producer. Die redaktionelle Verantwortung liegt federführend bei Carolin Haasis (Degeto). Redakteurin beim RBB ist Kerstin Freels.