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München ehrt Bong Joon-ho und Mads Brügger

Mit Retrospektiven werden die Arbeiten des dänischen Dokumentarfilmer Mads Brügger und des frischgebackenen Goldene-Palme-Gewinners Bong Joon-ho beim diesjährigen Filmfest München gewürdigt.

27.05.2019 14:52 • von Barbara Schuster
Bong Joon-ho, eben in Cannes ausgezeichnet, kommt nach München (Bild: Pascal Le Segretain / Getty Images)

Mit Retrospektiven werden die Arbeiten des dänischen Dokumentarfilmer Mads Brügger und des frischgebackenen Goldene-Palme-Gewinners Bong Joon-ho beim diesjährigen Filmfest München gewürdigt. Mit nach München bringen die beiden Filmemacher außerdem ihre neuen Filme: Brüggers die True-Crime-Doku "Cold Case Hammarskjöld" und Bong Joon-ho seinen gefeierten Cannes-Sieger "Parasite". Als Deutschlandpremieren werden sie im CineMasters-Wettbewerb zu sehen sein.

Bong Joon-ho zählt zu den renommiertesten Filmemacher des aktuellen Weltkinos und war bereits mit seinem Erstlingswerk "Hunde, die bellen, beißen nicht" zu Gast auf dem Filmfest München. Seinen Durchbruch erlangte Bong mit dem gefeierten Polizeithriller "Memories of Murder", der mit zahlreichen Auszeichnungen auf Festivals weltweit bedacht wurde. An den bemerkenswerten Erfolg konnte der Autorenfilmer mit dem Katastrophen- und Monsterfilm "The Host" mehr als anknüpfen: Die aufwändige Produktion avancierte zum erfolgreichsten südkoreanischen Film aller Zeiten und war auch international enorm erfolgreich. Auf "Tokyo!" und "Mother", der 2010 seine Deutschlandpremiere beim Filmfest München feierte, folgte mit "Snowpiercer" Bongs erste englischsprachige Produktion. Der starbesetzte Science-Fiction-Film setzt sich kritisch und zugleich unterhaltsam mit gesellschaftlicher Ungleichheit und den fatalen Folgen globaler Erwärmung auseinander. Auch Bongs Cannes-Beitrag "Okja" aus dem Jahr 2017 formuliert unter der spektakulären Oberfläche deutliche Kritik an zeitgenössischen Phänomenen wie Massentierhaltung und genetisch veränderten Lebensmitteln.

Mads Brügger wiederum bewegt sich als Dokumentarfilmer, Drehbuchautor und Journalist virtuos im Grenzgebiet zwischen Dokumentar- und Spielfilm. Ausgangspunkt der Retrospektive ist laut Filmfest Brüggers aktueller Film "Cold Case Hammarskjöld". Die True-Crime-Dokumentation, in der Brügger den Fall des 1961 zu Tode gekommenen UN-Generalsekretärs Dag Hammarskjöld neu aufrollt, feiert beim Filmfest München ihre Deutschlandpremiere. Außerdem umfasst die Werkschau "Die rote Kapelle", "The Ambassador" sowie "The Saint Bernard Syndicate". Alle Filme feierten auf dem Filmfest München einst ihre Deutschlandpremiere.