Kino

Christian Berkel: "Biographisch muss jetzt wieder etwas Neues her"

Von der Serie "Der Kriminalist" hat er sich kürzlich verabschiedet, sein erfolgreicher Debütroman soll verfilmt werden: Der Schauspieler und Autor Christian Berkel sucht neue Herausforderungen. Welche das sind, verrät er im Interview mit Blickpunkt:Film.

27.05.2019 09:41 • von Jochen Müller
Christian Berkel (Bild: Stefan Klüter)

Von der Serie Der Kriminalist" hat er sich kürzlich verabschiedet, sein erfolgreicher Debütroman soll verfilmt werden: Der Schauspieler und Autor Christian Berkel sucht neue Herausforderungen. Welche das sind, verrät er im Interview mit Blickpunkt:Film.

Blickpunkt:Film: Sie sind als Schauspieler sehr gefragt und haben kürzlich sogar den Ausstieg aus Ihrer Erfolgsserie erklärt. Was drehen Sie gerade?

Christian Berkel: Gerade habe ich in Madrid eine Folge der neuen Netflix-Serie Criminal" gedreht. Diese Serie wird von vier europäischen Ländern produziert, Frankreich, Spanien, England und Deutschland. Jede Folge spiegelt eine reine Vernehmungssituation und spielt nur in einem Raum. Und in jeder Folge wird der Fall gelöst, ohne jegliche Action, rein psychologisch. Jedes Land steuert drei Folgen bei, bei uns war Oliver Hirschbiegel der Regisseur, und Bernd Lange hat das Drehbuch geschrieben.

BF: Von der langlaufenden Serie "Der Kriminalist" haben Sie sich nach über 100 Folgen verabschiedet. Was waren Ihre Gründe?

Christian Berkel: 109 Folgen und 14 Jahre! Das ist ein bisschen eine Grundsatzfrage. Ich weiß, es gibt Kollegen, die würden so etwas am liebsten das ganze Leben machen. Am Anfang habe ich gar nicht damit gerechnet, dass die Serie so lange laufen würde, aber dann wusste ich, dass ich irgendwann den Moment finden muss, um aufzuhören. Wenn die Leute es noch gerne sehen, wenn man auch noch mit Spaß dabei ist, das ist der richtige Moment. Der andere Aspekt ist ein biographischer, bedingt auch durch den Erfolg meines Romans und seine geplante Verfilmung...

 BF: Sie sprechen von ihrem Romandebüt "Der Apfelbaum", dem die Geschichte Ihrer Eltern zugrunde liegt?

Christian Berkel: Ja. Einerseits möchte ich weiter schreiben, zum anderen möchte ich mich auch als Schauspieler wieder für neue Aufgaben bereit halten. Gerade habe ich für Netflix gedreht, nach den Sommerferien drehe ich mit Andrea Sawatzki eine Komödie für die Degeto. Und mal sehen, was im Herbst so ansteht. Nach so langer Zeit ist es irgendwann auch einfach gut. Ich habe gezeigt, dass ich es über so einen langen Zeitraum schaffe, das Publikum bei der Stange zu halten, und jetzt muss biographisch wieder etwas Neues her.

BF: Eine Serie wie "Der Kriminalist" garantiert Popularität, birgt aber auch die Gefahr, auf Rollen festgelegt zu werden. Wie sehen Sie das?

Christian Berkel: Natürlich ist das immer so. Als ich angefangen habe, hatte ich zum Glück schon eine Menge gemacht. Ich bin nicht mit der Rolle bekannt geworden. Meine Popularität ist sicherlich dadurch gestiegen. Ich habe von Anfang an gesagt, dass ich das nicht das ganze Jahr machen möchte. Als das ZDF anfangs mehr Folgen drehen wollte, wollte ich das zeitlich zumindest so begrenzen, dass es nicht irgendwann einfach runter genudelt wird. Ab einer bestimmten Anzahl von Büchern wird es wahnsinnig schwierig, das Niveau zu halten. Vor allen Dingen aber wollte ich mindestens die Hälfte des Jahres Zeit für andere Projekte haben und eben nicht in die Falle tappen, nur noch der Kommissar zu sein. Das war mir wichtig und hat auch gut funktioniert.

BF: Ist denn jetzt erstmal Schluss mit Serien?

Christian Berkel: Ich suche jetzt nicht die nächste Serienrolle, aber man weiß ja nie. Plötzlich kommt ein verlockendes Angebot mit einer neuen Idee und einer spannenden Figur um die Ecke. Sicherlich will ich jetzt nicht die nächste Krimiserie machen. Dann hätte ich gar nicht erst aufhören müssen, denn "Der Kriminalist" ist ja ein gutes Format. Es müsste schon in eine komplett andere Richtung gehen. Aber im Moment will ich mich erstmal auf Einzelprojekte konzentrieren, was einen Mehrteiler oder eine Miniserie nicht ausschließt. Ein bisschen ist es so, wie wenn eine gute Beziehung zu Ende geht. Dann rennt man auch nicht sofort in die nächste.

BF: Wie suchen Sie sich überhaupt Ihre Rollen aus? Welche Art von Rollen suchen Sie?

Christian Berkel: Ich reagiere da ganz emotional, wenn mich eine Rolle oder eine Geschichte anzieht. Wenn man sich während des Lesens schon vorstellt, wie man das spielt, dann hat einen die Rolle schon gepackt. Natürlich hängt es auch davon ab, ob mich der Stoff interessiert, wer die Regie führt, wer produziert und mitspielt. Man bindet sich doch immer für eine gewisse Zeit, und wenn das Umfeld nicht stimmt, wird man sehr eingeschränkt in seinen Möglichkeiten. Andererseits kann man als Schauspieler gar nicht sagen, dass man dies oder jenes als nächstes spielen will. Das geht vielleicht am Theater, wo es ein Repertoire an Figuren gibt. Man sendet höchstens unbewusste Signale, und so komisch das klingen mag, glaube ich tatsächlich, dass es eher die Rolle ist, die einen findet, als umgekehrt. Das hat nichts Mystisches, sondern die Leute reagieren auf eine Ausstrahlung und stellen sich so einen Schauspieler in einer bestimmten Konstellation vor.

BF: Gibt es denn genügend Fernsehrollen, die sie als Schauspieler fordern?

Christian Berkel: Gerade die momentane Veränderung der Landschaft stimmt mich da relativ optimistisch. Viele fragen sich ja, ob die neuen Plattformen die große Konkurrenz für das öffentlich-rechtliche Fernsehen werden. Das werden sie mit Sicherheit, aber noch nie hat eine Ausdrucksform eine andere ersetzt. Das Kino war nicht der Tod des Theaters, sondern hat es verändert, und ebensowenig war das Fernsehen der Tod des Kinos. Die Plattformen verändern das Fernsehen. Wie dort erzählt wird, erinnert fast schon wieder an den Feuilletonroman des 19. Jahrhunderts, der sich in der Erzählform dieser Serien spiegelt. Insofern wird in den nächsten Jahren eine Menge Interessantes passieren. Tatsächlich wurde eine Zeitlang zu einseitig in Richtung Krimi produziert, so dass die Zuschauer wie die Macher meinten, es sei auch mal wieder Zeit für etwas anderes.

BF: Sehen Sie die Arbeit für die Streaminganbieter als besondere Herausforderung? Verläuft sie unter besseren Bedingungen, mehr Sorgfalt, mehr Drehtage?

Christian Berkel: Das ist von Fall zu Fall verschieden. Man muss fairerweise dazu sagen, dass die Streamingdienste nicht an Quoten gebunden sind. Letzten Endes müssen sie Aufmerksamkeit generieren und möglichst neue Abonnenten bekommen. Aber sie müssen nicht fünf oder noch mehr Millionen Zuschauer erreichen. Das tun sie mit einzelnen Sendungen sicher nicht, obwohl Zahlen ja nicht veröffentlicht werden. Weil sie nicht diese Breite an Zuschauern bedienen müssen, sind sie ein Stück weit freier. Allein dadurch leisten sie sich andere Erzählweisen, wobei ich feststelle, dass die Öffentlich-rechtlichen mittlerweile klar darauf reagieren.

BF: Würden Sie gerne mehr fürs Kino arbeiten?

Christian Berkel: Der Kinofilm bleibt die Königsdisziplin. Aber Deutschland ist mehr als andere Länder ein Fernsehland, mit einer stärkeren Fernseh- als einer Kinokultur. Früher waren das getrennte Welten. Wer Kino machte, machte kein Fernsehen und umgekehrt. Das ist schon lange nicht mehr so, schon gar nicht durch die Streamingplattformen. Die verändern noch etwas, denn der englischsprachige Markt war uns auch deswegen verschlossen, weil dort nicht synchronisiert wurde. Ein deutscher oder französischer Kinofilm, der in Amerika ins Kino kommt, wird nicht synchronisiert, sondern untertitelt, und damit ist er - egal, wie er gemacht ist - , Arthouse und richtet sich an eine kleine Zielgruppe. Seit die Streamingdienste alles synchronisieren, auch alle nicht englischsprachigen Serien, lernt das internationale Publikum auch deutsche Schauspieler kennen, und nicht nur in "typischen" Rollen wie die des Weltkriegsoffiziers.

BF: Gibt es denn genügend interessante Kinorollen, die sie ansprechen würden?

Christian Berkel: Erfolgreiche deutsche Kinofilme sind im Wesentlichen auf zwei Genres reduziert, auf die romantische Komödie, oder die Komödie überhaupt, und auf bestimmte historische Dramen, die sich in erster Linie mit deutscher Geschichte beschäftigen, ob nun DDR oder Drittes Reich. Das sind die Stoffe, die im Kino funktionieren, die Letztgenannten auch nicht immer. Thriller, Krimis oder Polizeifilme laufen im Fernsehen so viele, dass keiner einen Grund hätte, dafür ins Kino zu gehen. Und ihre Budgets sind auch nicht so viel höher als im Fernsehen. Es muss aber doch einen Mehrwert geben für den Zuschauer, damit er den Unterschied zu einem Tatort erkennt und dafür Geld ausgibt. Den Franzosen ging es da etwas besser, aber in den letzten Jahren auch nicht mehr. Das Kino kämpft, auch wegen der Streamingangebote. Die junge Generation geht nicht mehr so häufig ins Kino wie früher, aber das heißt nicht, dass man das nicht ändern kann.

BF: Heißt das, dass sie spannende Rollen eher im Fernsehen oder im Streamingbereich finden?

Christian Berkel: Zumindest habe ich das Gefühl. Wobei ich mir sehr wünschen würde, dass man den Mut finden würde, diese Geschichten im Kino zu erzählen. Man müsste nur auch stark darüber nachdenken, wie solche Filme vermarktet und verliehen werden können. Ich habe das zuletzt mit dem Film Was uns nicht umbringt" von Sandra Nettelbeck erlebt, sicherlich kein Film für ein großes Publikum, aber ein erwachsener Film für erwachsene Leute. Wir wissen alle, dass es dafür Zuschauer gibt, die nicht so leicht ins Kino zu bringen sind. Man muss sich a priori überlegen, wie man den Leuten erzählt, dass es diesen Film gibt, denn Kinopotenzial hätte dieser Film durchaus gehabt. Ich will das nicht auf den Verleih oder die Produktion schieben. Wir Autoren, Regisseure und Schauspieler müssen alle nachdenken, wie wir die Zuschauer auch mit anderen Geschichten ins Kino locken.

BF: Sie spielen auch in internationalen Kinofilmen. Ist das als Schauspieler eine andere Erfahrung?

Christian Berkel: In gewisser Weise ja. Aber am Ende wird überall mit Wasser gekocht. Besonders bei den Franzosen bemerkt man eine lange Kinotradition, das zeigt sich schon an einem einfachen sprachlichen Bild. Wir sagen im Deutschen: Jetzt mach' mal kein Theater! Die französische Redewendung dafür ist: Hör auf mit Deinem Kino, also: Arrête ton Cinéma! Das sagt sehr viel. Ich bin in Frankreich zur Schule gegangen. Dort haben wir im Französisch- oder Philosophieunterricht über den neuen Truffaut oder Godard gesprochen, und die Lehrer haben erwartet, dass wir uns die Filme im Kino ansehen. Für die Franzosen ist Kino Teil der Kultur, in Deutschland gilt es im besten Fall als untergeordnete Unterhaltung. Ich selbst bin ein Freund von guter Unterhaltung. Darin stecken zwei wunderbare Wörter, nämlich das Wort Unterhalt, d.h., dass man ehrenhaft seinen Unterhalt verdient, und das Wort Haltung. Die Frage ist, mit welcher Haltung ich die Leute unterhalten möchte. Das geht mit mehr oder weniger Niveau. Dauernd U und E gegeneinander ausspielen zu wollen, ist so eine deutsche Krankheit. Es gibt gute und schlechte Filme, das sollte der wirkliche Gradmesser sein.

BF: Wie wichtig ist es Ihnen Ihre Rolle nach eigenen Vorstellungen zu gestalten? Lassen das Regisseure zu?

Christian Berkel: Ich habe nie erlebt, dass Regisseure nicht interessiert waren zu hören, wie ich mir die Figur vorstelle. Gleichzeitig habe ich im Lauf der Jahre gelernt, Verantwortung auch abzugeben, so dass ich mich nicht andauernd kontrolliere. Wenn man permanent von außen auf sich schaut, ist das keine ideale Ausgangsposition, um frei zu werden. Wenn ich die Beurteilung an die Regisseurin oder den Regisseur abgebe, muss ich mich ihr oder ihm voll anvertrauen können. Und wenn ich das kann, werde ich immer jede Idee, die ein Regisseur äußert, zu spielen versuchen. So gut ich irgend kann. Es gibt auch die Möglichkeit, dem Regisseur spielend zu beweisen, dass seine Idee falsch ist. Das halte ich für extrem kontraproduktiv. Man muss, und das würde ich auch immer jungen Schauspielern raten, ob man eine Idee versteht oder nicht, erst einmal versuchen, sie umzusetzen. Das ist der einzige Weg, um festzustellen, ob etwas funktioniert.

BF: Viele Projekte hängen auch von den Zusagen bestimmter Schauspieler ab. Hat sich die Rolle der Schauspieler im Produktionsmarkt verändert?

Christian Berkel: Das hat sich durchaus positiv entwickelt. In Deutschland hat es das früher gegeben, in der großen Kinozeit der 20er Jahre, aber auch in den viel gescholtenen 50er Jahren, Zeiten in denen es wirkliche Kinostars gab. Dann wurde dieses Starsystem zu Recht hinterfragt, speziell bei unserer Geschichte. Mittlerweile ist wieder eine neue Zeit angebrochen. Es gibt wieder Leute, die Zuschauer ins Kino ziehen, und das ist auf vielen Ebenen interessant. Es bietet einem Regisseur unterschiedliche Möglichkeiten in der Besetzung. Er kann mit den Erwartungen des Zuschauers spielen, in dem er z.B. den Komödienstar plötzlich in einen Thriller setzt oder umgekehrt. Da ist eine partnerschaftliche Situation zwischen Regisseur, Schauspieler und Produzent entstanden. Verleiher und Produzenten haben sich auch dafür geöffnet, dass Schauspieler selbst Filme machen, Regie führen, Bücher schreiben und eigene Projekte verfolgen. Das hat die Landschaft belebt.

BF: Ihr Roman "Der Apfelbaum" ist sehr gut aufgenommen worden. Ist das Schreiben eine Herausforderung, der Sie sich stärker stellen wollen?

Christian Berkel: Sicherlich wird mich das Schreiben weiter stark beschäftigen. Es hat mir enorm viel Spaß gemacht und ganz neue Möglichkeiten eröffnet. Inwieweit ich auf der kreativen Ebene bei der Produktion mit ins Boot geholt werde, muss man sehen. Auf jeden Fall bin ich da offen für alles.

BF: Sie sind seit vielen Jahren mit Andrea Sawatzki verheiratet, selbst eine gefragte Schauspielerin und erfolgreiche Autorin. Ist es ein besonderer Ansporn, wenn man denselben Beruf ausübt, oder gilt da "geteiltes Leid ist halbes Leid"?

Christian Berkel: Ich kann das nur für mich beantworten. Früher habe ich immer gesagt: Um Gottes willen, bloß keine Schauspielerin! Bis Andrea Sawatzki um die Ecke kam. Da habe ich ganz schnell alle guten Vorsätze über Bord geworfen. Wir wären nicht seit über zwanzig Jahren zusammen, wenn es nicht gut funktionieren würde. Ich glaube, dass dieser Beruf sehr schwer zu verstehen ist, sogar für die Leute, die ihn ausüben. Die Dinge, die da passieren, wie sie passieren, warum sie funktionieren oder nicht, sind schwer vermittelbar. Es gibt einen großen Unterschied zum Schreiben. Wenn ein Roman veröffentlicht wird, den ich geschrieben habe und der viel mit mir zu tun hat, mehr als irgendeine Rolle, die ein anderer für mich geschrieben hat, dann erlebe ich das trotzdem viel stärker von mir losgelöst als irgendeine große Rolle, die ich gespielt habe. Der Grund ist simpel, aber schwer zu fassen, denn es hat mit der Physis in dem Sinne zu tun, dass der Schauspieler die Rolle mit seinem Körper ausfüllt. Alles was daran positiv oder negativ beurteilt wird, betrifft ihn unmittelbar. Es ist viel schwieriger, sich davon zu distanzieren. Das ist ein großer Unterschied zu allen anderen Kunstformen. Zwei Schauspieler wissen einfach, was da passiert, und sie können oder müssen sich da auch nichts vormachen. Beide kennen diese komplexen Beziehungsabläufe an einem Set oder auf einer Probe am Theater. Manchmal kann das geteiltes Leid sein, genauso wie geteiltes Glück. Es ist eine geteilte Erfahrung, obwohl wir gar nicht viel darüber reden.

BF: Auf welche Herausforderungen oder Rollen freuen sie sich für die nahe Zukunft besonders?

Christian Berkel: Ich habe mit Scheidung für Anfänger" zum ersten Mal seit langem wieder eine Komödie gespielt, zusammen mit meiner Frau. Das hat großen Spaß gemacht, weil es ein Rollenfach ist, das man mir im Theater öfter, aber im Film sehr selten angeboten hat. Es ist ein großer Kontrast zu dem, was ich in den letzten Jahren gemacht habe. Dann gibt es ein sehr schönes Projekt, das wir mit der Autorin Esther Bernstorff und mit Jakob Claussen und Uli Putz entwickelt haben, eine dramatische Familiengeschichte. Ähnlich wie beim Schreiben interessieren mich die Themen Identität und Familie sehr stark. Von diesen Geschichten haben wir in Deutschland vielleicht zu wenig, egal ob in einer Komödie oder einer Tragödie erzählt.

BF: Wann dürfen wir mit dem Start der Serie zu "Der Apfelbaum" rechnen?

Christian Berkel: Das weiß ich natürlich noch nicht. Es haben sich wirklich tolle Produzenten dafür interessiert. Aber ich glaube, ich habe für den Stoff mit Stefan Arndt und Michael Polle von X Filme die ideale Partnerschaft gefunden. Wir haben schon mehrfach zusammengearbeitet, zuletzt bei der Miniserie "Die verlorene Tochter" für das ZDF, die sich gerade in der Postproduktion befindet. Sicher verbindet sich mit dieser Entscheidung für mich auch der Wunsch nach einer Art künstlerischen Heimat, mit Menschen zu arbeiten, mit denen man eine Wegstrecke geht und dabei das Gefühl hat, mehr Projekte miteinander machen zu wollen. Mein ganzes Leben habe ich das gesucht, und in meiner Theaterzeit immer wieder gefunden. Man braucht Mitstreiter. Ich möchte nicht von jedem Projekt ins nächste rennen und in immer neue Konstellationen. So kommt man wesentlich weiter, als mit Einzelkämpfermentalität von einem Schiff aufs nächste zu springen.

Das Gespräch führte Ulrich Höcherl