Kino

Academy schließt Netflix-Filme nicht aus

Die Academy of Motion Pictures Arts and Sciences hat ein bisschen an ihrem Oscar-Regelwerk gefeilt. Unberührt blieb der im Vorfeld am meisten diskutierte Abschnitt, der es auch Netflix-Filmen ermöglicht, zu den Academy-Awards zugelassen zu werden.

24.04.2019 11:09 • von Jochen Müller
- (Bild: A.M.P.A.S.)

Netflix-Filme können auch weiterhin eine Zulassung für die Oscars erhalten. Zwar hat die Academy of Motion Picture Arts and Sciences aktuell ein wenig an ihren Oscar-Regularien gefeilt, "Rule Two", in der die Zulassungskriterien geregelt sind, blieb dabei aber unangetastet. Demnach muss ein Film, der zu den Oscars zugelassen werden will, für mindestens sieben Tage in einem Kino in L.A. County, das über mindestens drei Leinwände verfügen muss, zu sehen sein. Ab dem ersten Tag kann er zusätzlich auch über Streamingangebote verfügbar gemacht werden.

Um sich in diesem Jahr für die Oscars zu qualifizieren, war Alfonso Cuarons im November 2018 in drei US-Kinos gestartet gewesen (wir berichteten). Nachdem der Film dann bei der Oscarverleihung Ende Februar als bester nicht-englischsprachiger Film ausgezeichnet worden war und Cuaron sowohl den Kamera- als auch den Regieoscar bekommen hatte, machte sich Steven Spielberg dafür stark, Netflix-Filmen die Zulassung zu den Oscars zu verwehren. "Wenn die Produktion gut ist, hat man sich auf jeden Fall einen Emmy verdient - aber keinesfalls einen Oscar. Filme, die sich den Wettbewerbsbonus erschleichen, indem sie lediglich in einer Handvoll Kinos für nicht mal eine Woche gezeigt werden, sollten nicht bei den Oscars zugelassen werden", erklärte Spielberg seinerzeit gegenüber ITV News (wir berichteten). Das US-Justizministerium hatte hingegen davor gewarnt, dass ein Ausschluss von Netflix-Filmen juristische Auseinandersetzungen zur Folge haben könnte.

"Unsere Regularien verlangen einen Kinostart und ermöglichen auch eine große Bandbreite an Filmen, die für die Oscars zugelassen werden können. Wir planen, die grundlegenden Veränderungen in unserer Industrie weiter zu beobachten und werden weiter mit unseren Mitgliedern über diese Dinge diskutieren", erklärte Academy-Präsident John Bailey bei der gestrigen Sitzung des Board of Governors.

Marginale Änderungen gibt es bei den Oscar-Kategorien "Bester nicht-englischsprachiger Film", "Bester Animationsfilm" und "Bestes Make-up/Hairstyling". Erstere heißt künftig "Bester internationaler Film". Für die Kategorie "Bester Animationsfilm" müssen künftig nicht mehr mindestens acht Filme gemeldet sein, damit überhaupt ein Oscar in dieser Kategorie vergeben wird. In der Kategorie "Bestes Make-up/Hairstyling" wird es künftig fünf statt bisher drei Nominierte geben, die Shortlist in dieser Kategorie wird von sieben auf zehn Filme erweitert.