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Deutsches Fernsehkrimi Festival: Zwei Preise für "Rufmord"

Im Rahmen des gestern zu Ende gegangenen Deutschen Fernsehkrimi Festivals wurden am vergangenen Freitag zahlreiche Preise verliehen.

18.03.2019 10:14 • von Jochen Müller
Abschlussbild beim Deutschen Fernsehkrimi Festival mit Gewinnerinnen und Gewinnern sowie Jurymitgliedern (Bild: Deutsches Fernsehkrimi Festival)

Die ZDF/Arte-Produktion Rufmord", die Viviane Andereggen nach einem Drehbuch von Claudia Kaufmann und Britta Stöckle inszeniert hat, ist am Freitagabend im Rahmen des Deutschen Fernsehkrimi Festivals in Wiesbaden mit dem Deutschen FernsehKrimi Preis ausgezeichnet worden. Das Cybermobbingdrama um eine von Rosalie Thomass gespielte kompromisslose junge Lehrerin stelle nach Ansicht der Jury einen Mikrokosmos dar, der "ein Abbild unserer Gesellschaft und die ausgeübte digitale Gewalt letztlich nur eine Variation archaischer Rachemotive" ist. "Rufmord" erhielt außerdem den Publikumspreis.

Der Sonderpreis für Regie ging an Julia von Heinz für ihren sensiblen und gleichzeitig schonungslos radikalen Umgang mit dem Thema Kindesmissbrauch im Tatort: Für immer und dich", über den die Jury sagt: "Hier wird eine Geschichte wirklich ausgelotet und es wird nicht weggeschwenkt, wenn es ans Eingemachte geht. Das ist mutig und wahrhaftig und absolut preiswürdig."

Die Darstellerpreise beim Deutschen Fernsehkrimi Festival gingen an Katrin Wichmann für ihre Rolle der Supermarkt-Kassiererin Peggy Stresemann im NDR-Tatort: Borowski und das Glück der Anderen" über die die Jury urteilt: "Wir sehen selten eine Figur aus dieser Schicht in einer solchen Wahrhaftigkeit wie Katrin Wichman als Peggy Stresemann" und Ulrich Tukur für seine Rolle des LKA-Ermittlers Felix Murot, der im HR-Tatort: Murot und das Murmeltier" denselben Tag immer wieder erleben muss. Tukurs Darstellung lobt die Jury als "immer im Moment, sich wundernd, grummelig, verwirrt, hoffend, verzweifelt kämpfend, gleichgültig, lebensfreudig".

Mit dem Nachwuchspreis für "Deutschlands spannendsten FernsehKrimi-Nachwuchs" ging an Dion Schumann für sein Drehbuch-Exposé "Der Apfelgriebschmann", mit dem ihm nach Ansicht der Jury ein Genrestück gelungen ist, "das so nicht alle Tage im deutschen Fernsehen zu sehen ist. Bei allen Horror- und Thriller-Elementen überwiegen aber immer der tiefschwarze Humor und die Skurrilität seiner Hauptfiguren". Sion wird sein Exposé nun mit Unterstützung von TOP: Talente e.V. sowie einem Verbund von Drehbuchautorinnen und Autoren bis zum Treatment weiterentwickeln, das er bei einem Pitch-Workshop in Baden-Baden im Herbst vorstellen wird.