Kino

Deutscher Filmpreis ehrt Margarethe von Trotta

Für "herausragende Verdienste um den deutschen Film" wird die Autorin, Regisseurin und Schauspielerin Margarethe von Trotta bei der Verleihung des Deutschen Filmpreises am 3. Mai mit dem Ehrenpreis ausgezeichnet.

06.03.2019 11:21 • von Marc Mensch
Margarethe von Trotta (Bild: Börres Weiffenbach)

Es ist nicht zuletzt ihre Rolle als Vorreiterin, die Margarethe von Trotta bei der diesjährigen Verleihung des ganz besonders ins Rampenlicht rückt. Denn wie es der frischgewählte Präsident der Deutschen Filmakademie formuliert: "Margarethe von Trotta hat in einer Zeit, in der Frauen das Regieführen kaum zugetraut wurde, gesagt: ich kann das! Schon dafür gebührt ihr Ruhm und Ehre. Und sie konnte es - und hat uns in all den Jahren ein paar der intensivsten Frauenfiguren des deutschen Kinos geschenkt. Glückwunsch von Herzen!", so Ulrich Matthes.

Bekanntheit hatte die gebürtige Berlinerin zunächst vor der Kamera erlangt. Denn nach dem Studium der Germanistik und Romanistik in München und Paris sowie dem Besuch der Schauspielschule avancierte sie zu einer der bekanntesten Schauspielerinnen des Neuen Deutschen Films und wirkte in Filmen von Volker Schlöndorff ("Baal"), Rainer Werner Fassbinder (Warnung vor einer heiligen Nutte"), Klaus Lemke (Brandstifter") oder Herbert Achternbusch (Das Andechser Gefühl") mit.

Schon bald beteiligte sie sich indes auch als Co-Autorin an verschiedenen Werken Schlöndorffs, bei Die verlorene Ehre der Katharina Blum" debütierte sie an seiner Seite schließlich als Co-Regisseurin. 1977 inszenierte Margarethe von Trotta mit Das zweite Erwachen der Christa Klages" ihren ersten eigenen Film - und machte sich seither als Autorenfilmerin einen Namen. Zu ihren vielfach preisgekrönten Werken zählen Filme wie Schwestern oder die Balance des Glücks", Die bleierne Zeit", Heller Wahn", Rosa Luxemburg", "Das Versprechen", Rosenstraße", Ich bin die Andere", Vision - aus dem Leben der Hildegard von Bingen" oder Hannah Arendt".

Die Vergabe des Ehrenpreises an Margarethe von Trotta begründet die Deutsche Filmakademie nicht zuletzt damit, dass die Preisträgerin "stets komplexe Frauenfiguren in das Zentrum ihrer Filme" gestellt habe - und damit nicht zuletzt einer Reihe großartiger Schauspielerinnen die Gelegenheit gegeben habe, "diese Rollen bravourös mit Leben zu füllen".

Der diesjährigen Auswahlkommission, die über den Ehrenpreis befindet, gehörten unter dem Vorsitz von Iris Berben, der ehemaligen Filmakademie-Präsidentin, Fred Breinersdorfer, Willi Geike, Dagmar Hirtz, Alfred Holighaus, Klaus Keil, Thomas Plenert, Hansjörg Weißbrich, Ina Weisse und Gisela Spiering an.

Der mit knapp drei Mio. Euro aus Mitteln der BKM dotierte Deutsche Filmpreis wird in diesem Jahr am 3. Mai im Palais am Funkturm in Berlin verliehen.