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UNIC ermahnt Filmfestivals

Die Entscheidung der Berlinale, einen Netflix-Film ins Programm zu nehmen, nimmt der internationale Kinoverband UNIC zum Anlass, ebenfalls an die großen Festivals zu appellieren: Diese sollten nur Filme im Wettbewerb zulassen, die für eine reguläre Kinoauswertung vorgesehen sind.

15.02.2019 18:13 • von Marc Mensch
Auch auf dem roten Teppich zur Premiere von "Elisa y Marcela" machten Kinobetreiber ihren Protest deutlich (Bild: AG Kino-Gilde)

Nach der AG Kino-Gilde und dem internationalen Filmkunst-Dachverband CICAE meldet sich nun ein weiterer großer Kino-Dachverband in der causa "Elisa y Marcela" zu Wort. UNIC verbreitete heute eine Erklärung, in der man sich solidarisch mit den deutschen Kinobetreibern und anderen Kollegen weltweit zeigt, die dafür eintreten, dass Festivals nur solche Filme in ihren Wettbewerb aufnehmen, die auch tatsächlich für eine reguläre Kinoauswertung vorgesehen sind.

Dank ihres Prestiges hätten die führenden Festivals sowohl die Ehre als auch die Verpflichtung, ein globales Publikum mit einem hochqualitativen, vielfältigen Programm vertraut zu machen. Dabei sei zu erwarten, dass sich an etablierte Gepflogenheiten gehalten werde. "Wir können uns nicht vorstellen, dass Festivals Filme nur für den jeweils begrenzten Kundenkreis bestimmter Plattformen bewerben", so UNIC. Eine Kinoauswertung stelle nicht nur die bestmögliche Art, einen Film zu sehen, dar. Sondern sie gebe auch dem größtmöglichen Publikum die Chance, Filme zu entdecken. Dies wiederum nach einem fairen und vor allem transparenten Wirtschaftsmodell. Nach Ansicht von UNIC sollte das Profitieren von einer Festivalpräsenz Hand in Hand mit Respekt für etablierte Modelle einhergehen, die unverzichtbar für einen auch künftig vitalen Filmsektor seien.

Aus gegebenem Anlass ruft UNIC auch dazu auf, wirklich zu überprüfen, ob Wettbewerbsfilme auch eine (versprochene) Kinoauswertung erhalten. Dies sicherlich nicht umsonst - denn jenseits der Tatsache, dass die Berlinale-Regularien schon per se wachsweich sind, hat man sich dort offenbar nicht darum gekümmert, was Netflix mit der versprochenen Kinoauswertung eigentlich meint. Aktuell sieht es jedenfalls so aus, als könne im Fall von "Elisa y Marcela" jedenfalls beim besten Willen nicht von einer regulären Auswertung die Rede sein.

"Kurz gesagt", so UNIC, "glauben wir fest daran, dass die führenden Filmfestivals gut daran täten, die soziale, kulturelle und wirtschaftliche Relevanz des Kinos zu feiern und Verantwortung dafür zu übernehmen, dass Filme ein breitestmögliches Publikum erreichen können."