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FSM: "Jugendschutz hat auch wirtschaftliche Aspekte"

Netflix erhielt als erster internationaler Streaming-Dienst in Deutschland die offizielle Anerkennung seiner Jugendschutzfeatures.Blickpunkt:Film sprach darüber mit Martin Drechsler, Geschäftsführer der Freiwilligen Selbstkontrolle Multimedia.

22.11.2018 12:33 • von Jörg Rumbucher

Netflix erhielt als erster internationaler Streaming-Dienst in Deutschland die offizielle Anerkennung seiner Jugendschutzfeatures. Blickpunkt:Film sprach darüber mit Martin Drechsler, Geschäftsführer der Freiwilligen Selbstkontrolle Multimedia.

BF: Die FSM befasst sich seit 1997 mit Jugendmedienschutz in Onlinemedien. Ist es seitdem einfacher oder schwieriger geworden, Jugendschutz-Regularien durchzusetzen?

MD: In den letzten Jahren hat sich unser Schwerpunkt verschoben. Früher mussten wir unseren Mitgliedsunternehmen hinterherlaufen und eher Mal auf die Finger klopfen. Das hat sich gewandelt, weil wir inzwischen schon bei der Produktentwicklung mit einbezogen werden. Es ist immer aufwendig, wenn Jugendschutz-Features nachträglich in einen fertigen Dienst integriert werden müssen. Besser ist, das Thema Jugendschutz von Anfang an mitzudenken. Das spart auch Entwicklungskosten.

BF: Der Eindruck, dass im Internet jeder macht, was er will, täuscht also? Es gibt kein Kontrollvakuum?

MD: Wenn wir von Jugendschutz in Onlinemedien sprechen, muss man die Jugendschutz-Historie vor Augen haben: Wir kommen aus einem sehr stark reglementierten Bereich: Für Kino, Fernsehen und physische Trägermedien gibt es seit vielen Jahren sehr strikte und klare Regeln, die sich auch leicht anwenden lassen. Beispielsweise sind Personen, die Tickets im Kino überprüfen, oder das Personal, das im Ladengeschäft DVDs verkauft, gefordert, Jugendschutzstandards einzuhalten. Was vergleichsweise einfach ist, weil der Besucher oder der Kunde als reale Person gegenüber steht, und die Alterseinstufung wegen der FSK-Freigaben eindeutig definiert ist. Im Fernsehen wird der Jugendschutz vor allem über Sendezeiten realisiert, weil man davon ausgeht, dass Kinder nicht mehr spät nachts vor dem Fernseher sitzen. Im Onlinebereich gelten grundsätzlich gleiche Regeln wie für das Fernsehen, weil es für beide Bereiche ein gemeinsames Gesetz gibt, den Jugendmedienschutz-Staatsvertrag. Für den Onlinebereich sieht er ähnliche Möglichkeiten vor. So können auch Webseiten den Jugendschutz tageszeitenabhängig regulieren. Diese Funktion nutzt der öffentlich-rechtliche Rundfunk auch für seine Mediatheken. Was immer wieder zu Diskussionen führt, weil das Medium Internet anders als TV wahrgenommen wird. Internet ist in der Wahrnehmung seiner Nutzer ein Abrufmedium, das zu einem beliebigen Zeitpunkt genutzt wird, und nicht zu einem Zeitpunkt, wenn der gewünschte Inhalt in einen Sendeplan eingebaut wurde. Der große Unterschied zwischen Kino, dem physischen Medienvertrieb und Onlinemedien besteht darin, dass der Anbieter von Onlineinhalten eine größere Verantwortung trägt. Der Jugendmedienschutz-Staatsvertrag sieht vor, dass geeignete Maßnahmen zu ergreifen sind, damit für Kinder und Jugendliche ungeeignete Inhalte nicht zugänglich sind. Das funktioniert allerdings nur, wenn die Eltern mitspielen und die angebotenen Werkzeuge auch nutzen. Was etwas komplexer ist, als eine DVD mit FSK-18 zu Hause so aufzubewahren, dass Minderjährige sie nicht anschauen können.

BF: Wie kommen jetzt Streaming-Plattformen ins Spiel?

MD: Das Gesetz sieht eine Möglichkeit vor, wie Onlinedienste ihre Jugendschutzverantwortung nachkommen können. Das Prinzip heißt "Jugendschutz-Programm". Ein Begriff, der traditionell für Filtersoftware verwendet wird , damit Minderjährige nur auf Seiten gelangen, die für sie geeignet sind. Seit der letzten Gesetzesnovelle gibt es Jugendschutz-Programme aber auch in einem anderen Kontext, für den Netflix das Paradebeispiel ist. Das Prinzip: Der Plattformbetreiber kennt idealerweise alle seine Inhalte und die dazugehörigen Alterseinstufungen. Wenn das so ist, kann er ein System umsetzen, das Nutzern ermöglicht, über eine Pin festzulegen, welche Inhalte frei abrufbar sein sollen und welche nicht. Diese Systematik muss verschiedenen Anforderungen genügen. Ist dies der Fall, kann der Anbieter sein Jugendschutz-Programm der FSM vorlegen. Wir prüfen dann anhand der gesetzlichen Vorgaben, ob sie erfüllt sind. Das erlaubt dem Anbieter, dass Inhalte beispielsweise ohne Personalausweisnummer oder andere Identifizierungstools aufgerufen werden können. Und nur dann ist es der Plattform erlaubt, die weitere Verantwortung Eltern zu übertragen.

BF: Was können Eltern bei Netflix beispielsweise konkret umsetzen?

MD: Im Kern geht es darum, dass jedes Familienmitglied sein eigenes Profil erhält, also auch für Kinder und Jugendliche eigens eingerichtet werden. Damit ein Kind im Grundschulalter eigenständig aus dem Netflix-Katalog Inhalte auswählen kann, haben die Eltern idealerweise das Profil so eingestellt, dass maximal FSK-6-Inhalte abrufbar sind. Für ältere Kinder entsprechend die Altersgrenzen zwölf oder 16. Außerdem wäre ein so genanntes Familienprofil für den gemeinsamen Filmabend möglich, das - je nach Alter der Kinder - ebenfalls nur altersgerechte Inhalte anzeigt. Neben der Beschränkung, dass je nach Profil nur Inhalte bis zu einer bestimmten Altersstufe angezeigt werden, können die Eltern eine weitere Option auswählen: Sie können festlegen, dass unabhängig vom Profil immer dann die Pin eingegeben werden muss, wenn ein Inhalt ab einer bestimmten Altersstufe abgerufen werden soll. Dieses Konzept hat mehrere Vorteile: Zum einen funktioniert das Empfehlungssystem für Kinder gut, weil sie nur altersgerechte Inhalte angeboten bekommen. Gleichzeitig werden Erwachsene nicht gegängelt, denn sie müssen auch innerhalb ihres Profils nur dann eine Pin eingeben, wenn sie Inhalte mit einer hohen Altersstufe abrufen wollen.

BF: Der Jugendschutz bei Streamingdiensten steht und fällt also mit der Elternverantwortung?

MD: Das ist richtig. Eltern müssen die Tools, die die Plattformen bereit halten, selbstbewusst und eigenverantwortlich einsetzen. Das grundgesetzliche Erziehungsprivileg ermächtigt sie dazu. Entscheidend ist, dass Eltern alle Informationen erhalten müssen, die sie für die Umsetzung benötigen, und dass die Handhabung möglichst einfach ist. Aufgrund unser wissenschaftlichen Studien, die sich auf unserer Website abrufen lassen, wissen wir, dass für Eltern Jugendschutz ein wichtiges Thema ist. Deswegen muss man ihnen die Instrumente an die Hand geben.

BF: Wie kooperativ war Netflix eigentlich?

MD: Netflix war für uns eine interessante Erfahrung. Das Unternehmen ist angetreten, um global erfolgreich zu sein. Verständlich daher, dass Netflix an einem global einheitlichen Jugendschutz-Konzept Interesse hat. Was auf inhaltlicher Ebene möglich sein kann, dass die ganze Welt "Dark" schaut, kann beim Jugendschutz natürlich nicht funktionieren. Nach dem Motto: Wir investieren ein Mal in das Thema und dann funktioniert der Jugendschutz global einheitlich. Wobei ich sagen muss: Mir hatte gefallen, dass sich das Unternehmen um das Thema überhaupt Gedanken gemacht hatte, und wie sie es getan haben. Sie hatten früherFilme nicht nach Altersstufen kategorisiert, sondern eher nach Zuschauergruppen, definiert beispielsweise für jüngere Kinder oder ältere Teenager. Das passte besser gut zu ihrem Ansatz, Nutzern Inhalte zu liefern, die sie wahrscheinlich sehen wollen. Bei diesem Konzept ging es mehr um Geschmack und Interessen. Aus unserer Sicht entsprach dieser Empfehlungsmechanismus keinem Jugendschutz-Tool, das mit unserem Gesetz in Einklang steht. Deswegen musste sich Netflix unseren bekannten Alterseinstufungen 0,6,12,16 und 18 anpassen, was die Entwickler in einem aufwendigen Prozess umgesetzt haben.

BF: Dass sich ein US-Konzern den deutschen Altersklassifikationen beugt, ist nicht unbedingt selbstverständlich ...

MD: Wir wissen aus unseren eigenen wissenschaftlichen Untersuchungen, dass die Altersklassifikationen allgemein bekannt sind, und gerade bei Eltern eine wichtige Orientierungsfunktion genießen. Abgesehen von dem Bekanntheitsgrad der Altersstufen: Allein aufgrund der gesetzlichen Vorgaben mussten wir darauf bestehen, dass die Netflix-Inhalte an unsere Altersangaben angepasst werden. Andernfalls hätten wir unsere Beratungstätigkeit auch einstellen müssen. Dazu kam es nicht, weil Netflix letztlich das deutsche System verstanden hat. Jetzt wird vor Beginn eines Films oder einer Serie immer die Altersstufe eingeblendet. Die Herausforderung, bereits geprüfte Inhalte mit ihrem Katalog abzugleichen, hat das Unternehmen vorbildlich umgesetzt. Deswegen konnten wir kürzlich der Öffentlichkeit mitteilen, dass Netflix nach deutschem Recht begutachtet wurde, und im Sinne des Jugendmedienschutz-Staatsvertrages als erste internationale Streamingplattform eine Positivbewertung erhält.

BF: Netflix setzt immer weniger auf Lizenzware, sondern verstärkt auf seine Eigenproduktionen. Die von keinem Gremium geprüft werden. Wie kommen die Originals zu ihren Alterseinstufungen?

MD: Richtig, FSK-Freigaben gibt es nur für Kinofilme und Inhalte auf physischen Trägermedien. Nach deutschem Jugendschutz-Recht benötigen bei Onlinediensten die Eigenproduktionen keine Freigabe einer FSK oder einer anderen Instanz. Der Anbieter klassifiziert die Alterseinstufung eigenständig. Dass dies im Sinne des Jugendschutzes geschieht, wird von uns stichprobenartig überprüft. Bisher hatten wir keinen Anlass, die Einstufungen anzuzweifeln. Wir würden dies aber gegebenenfalls tun und auch so darstellen. Es gab mal den Fall einer Animationsserie mit vielen Folgen, die alle mit der Alterseinstufung sechs bewertet worden waren. Für eine einzige Folge gab es eine FSK-12-Freigabe, was auf Netflix nicht so ausgespielt wurde. Wir haben dies gemeldet und der Streamingdienst hat diesen Fehler umgehend korrigiert. Wie man sieht: Das Unternehmen ist nicht nur kooperativ, sondern nimmt in unserer Wahrnehmung das Thema Jugendschutz ernst.

BF: Die Netflix-Serie "Tote Mädchen lügen nicht" führte dennoch zu einer öffentlichen Diskussion, weil in ihr Selbstmord unter Jugendlichen thematisiert und ziemlich drastisch dargestellt wurde ...

MD: Tatsächlich wurde die erste Staffel nicht nur unter Jugendschützern, sondern auch in der Öffentlichkeit seinerzeit breit diskutiert. Zu sehen war die Selbsttötung einer jungen Frau in der Badewanne, die sich die Pulsadern aufschneidet. Die Szene ist schwer zu ertragen, weil sie den Todeskampf und das Leiden eines Menschen zeigt. Aber ich teile nicht den Vorwurf einer bedenkenlosen Ästhetisierung, die zwingend zu Nachahmungstaten führt. Wir wissen, dass sich Jugendliche mit diesem Thema beschäftigen, auch wenn sie selbst nicht akut betroffen sind. Ich glaube, dass Netflix von der Diskussion selbst sehr überrascht war. Aber sie haben gut reagiert: Es gibt auf der Website Hinweise, an wen man sich in der Not wenden kann. Auch die Darsteller sind mit eigenen Kommentaren zu sehen. Das Thema wird also mit weitergehenden Informationen begleitet. Die Kontroverse um "Tote Mädchen lügen nicht" entstand übrigens, bevor Netflix von uns begutachtet wurde.

BF: Welche Alterskennzeichnung hat die Serie jetzt und bietet die Verlagerung der Altersfreigabekennzeichnung von anerkannten Institutionen auf Inhalteanbieter nicht doch einen gefährlichen Pardigmenwechsel?

MD: Netflix hat die Serie mit "16" versehen, was ich für völlig angemessen halte. Ich kann nicht ausschließen, dass in FSK- und FSF-Gremien aufgrund der einen Folge eine andere Entscheidung gefallen wäre. Mit der dort praktizierten Selbstkontrolle als Gremienbewertung hat der Jugendschutz in Deutschland eine Erfolgsgeschichte vorzuweisen. Wobei man sagen muss: Auch dort kam es nach Freigabeentscheidungen immer wieder mal wieder zu kontroversen Diskussionen. Jedenfalls habe ich Zweifel daran, dass die Fülle von Eigenproduktionen von den Ausschüssen zu bewältigen wäre. Ob international tätige Konzerne sich langfristig mit unserer Gesetzgebung arrangieren, bleibt fürs erste eine spannende Frage. Stand heute kann ich sagen, dass es bei Netflix kein systematisches Unterlaufen unserer Jugendschutzgesetzgebung gibt.

BF: Erhoffen Sie sich, dass weitere Anbieter folgen werden?

MD: Zu unseren Mitgliedern zählen Telekom, Sky und Maxdome, die wir seit Jahren in Jugendschutzfragen beraten. Dass wir ein Interesse daran haben, dass auch Unternehmen mit Sitz im Ausland sich unseren Regularien anpassen, versteht sich von selbst. Zu unseren Argumenten zählt immer, dass die Integration von Jugendschutz-Programmen auch einen wirtschaftlichen Aspekt enthält. Wer Jugendschutz anbietet, hat ein zusätzliches Verkaufsargument. Nicht im Sinne einer Werbebotschaft, die man auf Litfaßsäulen plakatieren würde, aber einen, der dazu führt, dass sich Kunden mit ihrem Streamingdienst wohlfühlen. Angesichts der Konkurrenzsituation kein unwesentlicher Faktor. Eltern wollen ihrem Anbieter vertrauen können. Und selbst für Kinderlose und Erwachsene ist eine Altersangabe von Wert: Manchmal will man keinen übermäßig brutalen Film sehen, der mit einer 18er-Kennung tendenziell zu erwarten ist. Und umgekehrt: Wer einen knallharten Action- oder Horrorfilm sehen will, wird nicht auf einem mit Zwölf gekennzeichneten Inhalt zugreifen. Kurz gesagt: Korrekte Angaben dämmen unangenehme Überraschungen bei der Auswahl ein. So betrachtet, haben Alterskennzeichnungen eine Orientierungsfunktion, die das Geschäftsmodell Streaming-Subscription wirtschaftlich tragfähiger macht. Netflix hat das vollkommen verstanden.

BF: Wie beurteilen Sie die Amazon Channels? Ist der Inhalteanbieter für den Jugendschutz verantwortlich oder die Amazon als Bereitsteller der technischen Infrastruktur?

MD: Amazon ist kein Mitglied der FSM, weswegen ich mich zu dem Unternehmen nur zurückhaltend äußern kann. Eine Anerkennung könnte aber vermutlich ähnlich verlaufen wie bei Netflix. Zumal Amazon als ein internationales Unternehmen, das Thema Jugendschutz allein wegen des Verkaufs von Medienträgern ernst nehmen muss. Was die Amazon-Channels betrifft: Das ist eine interessante Frage. Grundsätzlich ist derjenige in der Verantwortung, der im Impressum steht. Nach der künftigen AVMD-Richtlinie kann sich der Plattformbetreiber nicht ohne weiteres aus der Verantwortung ziehen. Gleichzeitig muss der Inhalteanbieter dafür Sorge tragen, dass sein Content rechtskonform dargestellt wird. Ich gehe von einer geteilten Verantwortung aus, aber das müsste man gegebenenfalls im Detail prüfen.

BF: Welche Rolle spielt die vom EU-Parlament auf den Weg gebrachte AVMD-Richtlinie für das Thema Jugendschutz?

MD: In den Regelungen für audiovisuelle Mediendienste spielte der Jugendschutz schon immer eine große Rolle. Aus unserer deutschen Perspektive standen sie jedoch nie besonders im Fokus, weil das Jugendschutz-System in Deutschland schon immer ausgefeilter und strenger war. Mit der neuen AVMD-Richtlinie sagt der europäische Gesetzgeber, dass beim Jugendschutz nicht mehr zwischen Rundfunk- und Abruf-Inhalten differenziert wird. Weil die Unterscheidung für Nutzer immer weniger von Bedeutung ist. Er schaltet irgendein Gerät an, schaut live oder zeitversetzt live oder ruft eben einen Inhalt aus einer Onlinevideothek ab. Klar ist aber: Werden potenziell für Kinder und Jugendliche gefährdende Inhalte ausgespielt, muss der Plattformbetreiber Maßnahmen ergreifen. Und je höher der Grad der Beeinträchtigung ist, desto höher müssen die Schutzvorkehrungen sein. Das ist nach deutschem Recht nichts Neues, nach europäischem schon. Eine wichtige Neuerung der AVMD-Richtline, von der wir noch nicht wissen, was sie bringen wird, ist die Einführung des Begriffs "Videoplattform". Er zielt unter anderem auf YouTube, wo Nutzer selbst Inhalte hochladen können, der Plattformbetreiber die Inhalte also erst einmal nicht kennt. Bisher war es so, dass der Betreiber nur dann in der Verantwortung steht, wenn er von unzulässig abgespeicherten Inhalten erfährt. Dann muss er reagieren. Die neue Richtlinie besagt, dass die Videoplattformen Instrumente bereitstellen sollen, um je nach Gefährdungsgrad abgestufte Schutzmaßnahmen zu ermöglichen; z.B. Filtermöglichkeiten, die vorsehen, dass Inhalte ausblendet werden können. Wie das genau umgesetzt werden soll, ist allerdings noch unklar. Derzeit herrscht eine große Unsicherheit. Aber es besteht noch Zeit, da die Richtlinie erst innerhalb von 21 Monaten nach Verkündigung in nationales Recht umgesetzt werden muss.

Das Gespräch führte Joerg Rumbucher

Die FSM im Kurzporträt

Die Freiwillige Selbstkontrolle Multimedia-Diensteanbieter (FSM e.V.) ist eine anerkannte Selbstkontrolleinrichtung für den Bereich Telemedien. Der Verein engagiert sich maßgeblich für den Jugendmedienschutz - insbesondere die Bekämpfung illegaler, jugendgefährdender und entwicklungsbeeinträchtigender Inhalte in Online-Medien. Dazu betreibt die FSM eine Beschwerdestelle, an die sich jedermann kostenlos wenden kann, um jugendgefährdende Online-Inhalte zu melden. Die umfangreiche Aufklärungsarbeit und Medienkompetenzförderung von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen gehören zu den weiteren Aufgaben der FSM.